So liest man heute. Foto: L-IZ

Eine Gonzo-Rezension zu einem Gonzo-Backpacker-Roman

Es reizt geradezu, über einen Gonzo-Roman auch eine Gonzo-Rezension zu schreiben. Da schreit der innere Gonzo geradezu: Tu’s! Hau’s so raus! Die anderen machen das doch auch nicht anders! Die lesen bestenfalls den Waschzettel. Das ist das Zeug, was hinten auf dem Umschlag steht, kopieren den Namen des Autors aus Wikipedia und verteilen dann Schulnoten: Prima. Miserabel. Unlesbar. Setzen. Prost.

Wandspruch, jetzt mit Inhalt gefüllt. Montage: L-IZ

Leo korrigiert den kämpferischen Fassadenspruch

Für alle LeserUnd bevor wir uns jetzt die Hosen mit der Kneifzange anziehen, noch ein kleiner Lernvorschlag für die Herren mit der kraftmeierischen Pose. Ich habe Ihren Aufruf zum Struggle ein klein wenig abgeändert – was ja leicht möglich ist. War ja eh kein Inhalt drin. Und ich habe Ihnen eine kleine Wahrheit draus gemacht, die nicht nur Sie allein immer wieder vergessen.

There is no progress without struggle. Foto: L-IZ

Was braucht man eigentlich alles für so einen richtigen Fortschritt?

Für alle LeserAus dem Herzen gesprochen und trotzdem daneben. Es gibt ja immer Zeitgenossen, die gern ihre Botschaften an Mauern und Wänden hinterlassen. Selten ohne Ausrufezeichen. Das Ausrufezeichen ist ganz wichtig. Denn irgendwie glauben sie wohl, dass ihre Botschaft sich dann auch gleich in Handlung umsetzt. Quasi wie bei Wuffi: „Sitz! Bell! Spring!“ Oder eben: „There is no progress without struggle!“

Störer
Morning has broken. Grafik: L-IZ

Morning has broken und ein einziges Kuddelmuddel

LeserclubWar das jetzt tatsächlich Lektion Nummer 4 für Herrn L.: Die Erziehung zum Schaf? Hatte ihm Don Leone tatsächlich seine Buddys hinterhergeschickt, um ihm ein wenig zu drohen? Machte es der beliebteste Restaurantbesitzer der Stadt tatsächlich so plump? So filmreif? Wenn man diese Art Film überhaupt irgendwie mochte? „Was will dieser Operettenkavalier von mir?“

Nächtliche Fahrt. Grafik: L-IZ

Kleine Warnung von Don Leone

LeserclubIrgendwann in dieser ziemlich turbulenten Nacht mussten sie dann tatsächlich jemanden aufgeschreckt haben, der so viel Neugier überhaupt nicht goutieren konnte. Die Bilder der Nacht blitzten zwar nur noch fetzenweise durch den arg dröhnenden Kopf von Herrn L. Ein Kater kam drin vor. Ein paar dunkle Gestalten. Aber auch ein lichter Moment.

Die Fahrt durch die Nacht. Grafik: L-IZ

Erinnerung an eine Nacht voller Hunde

LeserclubEs gibt nicht nur vier verschiedene Versionen dessen, was in dieser Nacht tatsächlich passiert sein könnte. Vier Versionen, die so gar nicht zusammenzupassen schienen. Was Herr L., als er dann endlich irgendwann wieder ein wenig klarer denken konnte und die Kopfschmerzen nachließen, erst recht beunruhigte. Denn wie sehr sehnte er sich doch in seiner Arbeit nach klaren, sauberen Linien.

Das Glühen über der Stadt. Grafik: L-IZ

Das rote Glühen über der Stadt L.

LeserclubDiesmal tauchte Oleg nicht im gepflegten „Tschaika“ auf. Die Staatskarosse war ja bekanntlich gerade in Behandlung und nicht verfügbar. Auch wenn das Automobil, mit dem L.s Freund die vier nächtlichen Reisenden erwartete, von stillem, sanftem Schwarz war. So wie die Flügel einer Fledermaus.

Ute Elisabeth Gabelmann (Piraten, SPD im Stadtrat). Foto: L-IZ.de

Artenschutz für Leipzigs Vorzeige-Piratin

Politik ist ja so ein komisches Ding. Zumindest hierzulande, bei uns, mit dieser verflixten Demokratie, die nicht mal Demokraten so richtig verstehen. Denn da steht ja was von Volk drin, dem demos, aber dann melden sich lauter Leute zu Wort, die alle eine eigene Meinung haben. Also nicht die von Volker und auch nicht die von Donald. Nicht auszuhalten. Da kann einem schon mal die Hutschnur platzen. Auch als Großfraktion, irgendwie.

Verloren im Schilderwald Foto: L-IZ

Leo Leu stößt verblüfft auf zwei herzlose Leipziger Nachwuchs-Politiker

Für alle LeserManchmal verblüfft es mich noch. Obwohl es mich nicht mehr verblüffen sollte nach all den eiskalten Gnadenlosigkeiten der Herren de Maizière und Ulbig und wie die Brüder alle heißen, die in unserem Land ein Klima verbreiten, das mit „verkniffen“ noch sehr harmlos umschrieben ist. Was mich aber verblüfft, ist, dass selbst der Nachwuchs der Union schon so gnadenlos ist wie der Herr Bundesabschiebemeister.

Störer
Das nie gedruckte Interview mit der Diva. Grafik: L-IZ

Wie man Schafe erzieht, die dritte Lektion

LeserclubEs gibt in einigen Redaktionen noch ganz alte Archive mit Stapeln von Papier. Artikel und Seitenabzüge, die so nie erschienen, weil sich im letzten Moment noch etwas änderte oder jemand sein Veto einlegte. Oder weil die Geschichte zwar gut war, aber immer wieder verschoben wurde, weil noch eine Autohauseröffnung rein musste ins Blatt. Herr L. besaß einen ganzen Stapel solcher Beinahe-wären-sie-erschienen-Artikel.

Nicht mal beim Schampus vergisst Herr L. seine Arbeit. Grafik: L-IZ

Belindas Geheimnis

LeserclubUnd dann? Dann beruhigten sie sich alle wieder ein bisschen und versammelten sich um die dampfende Pizza, jeder auf sein Stück Heiß und Gehaltvoll konzentriert. Mascha belauerte die Diva ein wenig aus den Augenwinkeln. Die Diva belauerte L. Und L. tat so, als wäre er ein genügsames Schaf.

Hemdsärmelig auf nächtlicher Straße. Grafik: L-IZ

Wie man Schafe erzieht, die zweite Lektion

LeserclubZumindest das kann man an dieser Stelle verraten: Dem großen Zittern kommt man mit Alkohol nicht bei. Mit Kraftmeierei auch nicht, ein bisschen mit Liebe, das schon. Aber am besten mit einer von Maschas Schnell-und-saftig-Pizzen. Dazu muss man auch keinen Pizzaservice anrufen.

Der Besuch bei der Diva. Grafik: L-IZ

Wie man Schafe erzieht, die erste Lektion

LeserclubDass sich Herr L. an diesem Abend so wunderbar fein hergerichtet fühlte, das hatte er gar nicht selbst bewerkstelligt. Das hatte seine Mascha getan, die es unmöglich fand, dass er leger wie zu einer Brezelparty zum Treffen mit der Diva gehen wollte. „Sie ist die Diva! Was soll sie von dir denken!?“

Eine Karte voller Filetstücke. Grafik: L-IZ

Herr L. lernt etwas über Filetstücke und die frühen Jahre der Herren Hai und Fuchs

LeserclubAber warum war das Gespräch mit dem Bürgermeister so brisant, dass er sich Zurückhaltung ausbedungen hatte? Hätte er nicht einfach sagen können: „Nee, ist nicht!“ Hätte er ja sagen können. Oder: „Das ging alles seinen richtigen Gang.“ – „Versteh ich nicht“, sagte Herr L.. – „Das ist Politik“, erwiderte Kollege Stachelschwein. „Gut abgelagert. Herrlicher Dünger.“

Manchmal stört ein kleiner Zweifel ... Grafik: L-IZ

Herr L. bekommt es mit dem Lieblingshund der Redaktion zu tun

LeserclubUnd dann fällt man in ein Loch. Man hat zwei runde Geschichten geschrieben, sogar hübsch bebildert. Man hat den euphorischen Hopsassa eines Kollegen miterlebt, der sonst so seriös wirkt wie ein Sekretär aus Großvaters Zeiten. Und dann reicht ein halber Satz, und die Zweifel melden sich zurück.

Störer
Eine etwas überfallartige Begegnung mit Herrn Shark. Grafik: L-IZ

Herr L.s Begegnung mit dem Haifisch

LeserclubWie ist das, wenn man einen Haifisch besucht? Sieht man ihn seine Beute begutachten? Die Zähne fletschen? Ist Herr L. eine Beute für den Mann, der sein Unternehmen nach dem Räuber der Meere benannt hat? Oder nur ein kleiner Fisch, dem man gnädig ein wenig Trockengebäck und ein Glas Wasser anbietet? „Aber so setzen Sie sich doch, mein lieber Herr L.!“

Ein Morgen ohne Streuselkuchen. Grafik: L-IZ

Was haben Sie nur angerichtet, Herr L.!

LeserclubDabei wusste doch Herr L. nur zu gut, dass in drei Monaten kein Mensch mehr über die Panama-Papers reden würde. Das Thema würde einfach nur abmoderiert werden. Ein neuer Skandal würde die Leute beschäftigen. Panama? Nie gehört. Liegt das in Afrika? „Morgen, Herr L.“, knarrte eine Stimme am Telefon, als L. abnahm. Kannte er die?

Damit Sie nicht abgelenkt werden: Eine schöne Tasse Tee. Foto: L-IZ

Leo Leu denkt mal über allgegenwärtige Anmachen nach

Geht es Ihnen auch so? Man geht in den Supermarkt hinein und wird immer schneller, weil einen schon in der Gemüseabteilung eine Musik empfängt, bei der sich die Nackenhaare sträuben? Heute gern auch unterbrochen von fröhöhöhölichen Jingles, in denen einem überdrehte junge Leute mit dem Verstand einer Konservendose erklären, dass heute wieder ein wunderschöner Tag ist und man doch bitte das tolle Dingsbums zum Frühstück mitnehmen soll?

Ein klarer, aber ziemlich frischer Morgen ... Grafik: L-IZ

Ist es jetzt Stachelschwein, dem die Geschichte durch die Lappen geht?

LeserclubUnd Herr L. wusste noch immer nicht, wie das ausgehen sollte. Auch nicht an diesem blassen, ziemlich frischen Morgen, der ihm unters Hemd griff, durch die Ritzen des Mantels, ins übernächtigte Gesicht. Ein gut in Folie verpacktes Automobil stand am Straßenrand. Das war Olegs nächtlich demolierter „Tschaika“. Und ein einsames Möhrchen lag in L.s Bauch.

Oleg und Oleg und der Mond. Grafik: L-IZ

Iwan der Schreckliche mischt sich ein und ein Fleischklopfer kommt nicht zum Einsatz

Leserclub„Willst bösen Jungen sehn? Kommstu runter?“ – Wie sollte Herr L. da widerstehen? Mitten in der Nacht? Von seiner Anvertrauten in die Zange genommen? „Du gehst da jetzt nicht runter. Weißt du, wie spät es ist?“ Ihr Atem war wirklich beraubend und L. hatte gut Lust, dem Ruf der Nähe zu folgen. Aber: „Sie haben Olegs Auto zertrümmert.“ Da ließ sie ihn frei.

Störer
Was wird einmal aus dem Kinde? Foto: L-IZ

Vielleicht doch mal zur Abwechslung ein besinnliches Fest?

KommentarFür alle LeserAnis Amri ist tot. Der Verbleib der Pistole, mit der der polnische Lkw-Fahrer in Berlin getötet wurde, ist auch geklärt. Amri hatte sie dabei, als er in der Nacht zum Freitag am Bahnhof der Stadt Sesto San Giovanni im Großraum Mailand auf zwei Polizisten traf und die Waffe zückte. Was nicht nur die Frage aufwirft: Woher hatte er die Waffe? Sondern auch noch einen ganzen Berg anderer Fragen.

Schön ist es, wenn L. nur von Haifischen träumt. Grafik: L-IZ

Ein bisschen was über Flaschengeister, Nabucco und die Hoheit in Federbetten

LeserclubSolche Nächte fürchtete L. Und wich ihnen eigentlich aus, wenn er konnte, ging nicht mehr ans Telefon, ignorierte das Quarren seines elektronischen Flaschengeistes. „Ich bin dein elektronischer Flaschengeist! Du hast gefälligst bei Fuß zu stehen, wenn ich auch nur niese.“ – „Nöö.“ – „Aber doch! Das ist ein Befehl!“ – „Von Flaschengeistern lass ich mir nicht …“

Unverhoffter Moment. Grafik: L-IZ

Der zerstreute Herr L. und die Frauen

LeserclubAn diesem Abend erwischte ihn seine Mascha mit der Bratpfanne. Das war so nicht geplant gewesen. Aber wer kann den Umgang mit dem schönen Geschlecht überhaupt planen, wenn er nur das arme, überforderte Kleinhirn eines ratlosen urzeitlichen Jägers zwischen den Schultern trägt?

Leos Kaffeepause. Foto: L-IZ

Nichts ist so kalt wie der Kaffee aus den Talkshows

Für alle LeserNa, mach du mal, Leo. Du hast hier noch am meisten Zeit von allen. Erklär’ mal den Leuten, warum wir an all diesen Fragebogenaktionen nicht teilnehmen. – Stimmt ja. Seit ein paar Monaten ist das Postfach verstopft. Alle möglichen Medienlehrstühle wollen auf einmal wissen, wie es uns geht. Uns als Journalisten in Zeiten, wo so ein selbsternanntes Volk da draußen „Lügenpresse“ skandiert. Ehrlich?

Herr L. als Miezekätzchen. Grafik: L-IZ

Herr L. wird mal für ein Telefonat zum Miezekätzchen

LeserclubWie redet man mit einem Sprecher der Staatsanwaltschaft, der niemals zugeben würde, dass er über das Ziel hinausgeschossen ist? Den man aber auch nicht verärgern durfte. Staatsanwälte können so schrecklich nachtragend sein. Und so hübsch zynisch, wenn sie sich am Telefon verweigerten. „Es ist doch alles gesagt, Herr L.“

Leos Kaffeepause. Foto: L-IZ

Ein paar herzhafte Worte zur DIE-ANDEREN-SIND-ALLE-DOOF-Partei

KommentarWer so viel vorm Computer klönt wie ich, der hat diese seltenen Momente, da scheint es in der Luft zu klingeln, Sternenstaub rieselt herunter und aus dem Bildschirm rinnt so ein kleines Tröpflein Wirklichkeit. Da bin ich baff. Meistens verbrenne ich mir dann die Gusche, weil der Kaffee noch heiß ist. Gestern hatte ich wieder so einen Moment. Und ich dachte mir: Den erzählst du weiter. Geht ja um die CDU.

Störer
Stille Wasser gehören meistens jemand anderem. Grafik: L-IZ

Vorsicht, Haie!

Leserclub„Eure Sorge kann erdrückend sein“, maulte Herr L. hinten auf der Rückbank des „Tschaika“, der mitten am Tag hinausschnurrte ins Grüne, dorthin, wo hinter (oder vor) der Stadt noch ein paar Bäume standen, Schilf raschelte, Enten schnatterten und sich ein paar Seen tummelten. Oder eher gelangweilt herumlagen, weil gerade Werktag war. „Gibt neue Nachricht von Chaifisch.“

Vielleicht doch lieber über Schönheitsköniginnen schreiben? Grafik: L-IZ

Herr L.s zweites Stelldichein auf dem Friedhof

LeserclubManchmal fühlte er sich dann doch wie Stülpner Karl, mit schlechtem Gewissen im Wald unterwegs, auf Schwarzkitteljagd. Nur der Oberförster durfte ihn nicht erwischen. Nur dass für Stülpner die Lage überschaubar war. Die Obrigkeit näselte und setzte Kopfprämien auf ihn aus. Nur mit seinen erlegten Schweinen durfte er sich nicht erwischen lassen.

Am Ende eine Notiz im Polizeibericht. Grafik: L-IZ

Die zarte Seele des Stachelschweins

LeserclubUnd so entdeckte Herr L. an diesem unverhofften Morgen – etwas spät, das musste er zugeben – dass sein wohlgeschätzter Kollege Stachelschwein so etwas wie Herz hatte. Ein verstocktes zwar, ganz gewiss keines aus Marzipan. Aber auch er hatte tief in den Verliesen seiner schwarzen Seele eine Geschichte versteckt, die nie zu Ende erzählt wurde.