Jacek Joav Schäfer-Jasinski: Der Kleine Prinz kommt zurück. Foto: Ralf Julke

Der Kleine Prinz kehrt zurück oder Die Frage nach dem Glück, das wir nicht mehr sehen

Für alle LeserWer kennt ihn nicht, den kleinen Prinzen aus Antoine de Saint-Exupérys berühmten Buch „Le petit prince“ von 1943, das ich nun beinah ein Kinderbuch genannt hätte. Aber eigentlich ist es ja keins. Eigentlich ist es ein Traumbuch. Ein Buch darüber, wie wir gern wären, wenn wir aufmerksamer wären und mitfühlender, als wir sind. Wir – auf unserem kleinen Planeten. Ein Buch, das zu immer neuen anderen Büchern anregt.

Olja Savičević: Sänger in der Nacht. Foto: Ralf Julke

Olja Savičevićs Roman über eine Liebe, die im Strom des Vergessens zu verschwinden droht

Für alle LeserPomela sucht Fink. Sie ist erfolgreiche Drehbuchautorin für Vorabend-Telenovelas, er ist Graffiti-Künstler. Vor Jahren waren sie liiert, haben sich gefunden, wie zwei sich selten finden. Doch dann haben sie sich getrennt. So wie sich zweie trennen, die sich abgrundtief lieben, aber es miteinander nicht aushalten, weil einer von beiden seine Freiheit braucht wie die Luft zum Atmen. Doch jetzt ist Fink verschwunden.

Sabine Ebert: Schwert und Krone. Zeit des Verrats. Foto: Ralf Julke

Zeit des Verrats: Der dritte Band aus Sabine Eberts großem Barbarossa-Epos

Für alle LeserScheinbar ist er der große Held in dieser gewaltigen Romanreihe, die Sabine Ebert gleich begann, nachdem sie mit den Romanen zu den „sächsischen Jahren“ 1813 und 1815 fertig war: Friedrich I., genannt Barbarossa, deutscher Kaiser und König und eine der eindrucksvollsten Gestalten der deutschen Geschichte. Aber in Wirklichkeit sind bei Sabine Ebert die Frauen die Heldinnen. Starke und eindrucksvolle Frauen, die ihren Männern mindestens das Wasser reichen können.

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Der israelische Schriftsteller Amos Oz. Bild: Buchcover Suhrkamp Verlag

Liebe Fanatiker – Drei Plädoyers von Amos Oz

Für alle LeserDie Überschrift ist mitnichten als Imperativ zu verstehen. Der israelische Schriftsteller Amos Oz, ehemals Unteroffizier der israelischen Armee und dann seit längerem schon Friedensaktivist, meint es ernst mit der Ansprache an das Gewissen. Essayistisch und immer auch ironisch versucht Oz in seinen Gedanken und Überlegungen einen Weg zum Frieden in der Welt zu finden. Seine Welt ist Israel, das frühere Palästina, wo er 1939 geboren wurde.

Gerd Danigel: Berlin - damals und heute. Foto: Ralf Julke

Gerd Danigels fotografische Zeitrevue: Berlin – damals und heute

Für alle LeserDie Leipziger kennen solche Fotobände schon: Leipzig früher und heute. Armin Kühne und Niels Gormsen haben damit beeindruckend gezeigt, wie sich Leipzig nach 1990 völlig gewandelt hat und aus einer grauen Maus ein bunter Pfau wurde. Genauso ging es Berlin. Und das kann der Berliner Fotograf Gerd Danigel eindrucksvoll zeigen. Samt einer verheilenden Wunde, die 28 Jahre lang die Stadt zerriss.

Dunja Hayali: Haymatland. Foto: Ralf Julke

Dunja Hayalis große Streitschrift für ein modernes und tolerantes Heimatland Deutschland

Für alle LeserWir leben ja in einer Zeit, in der eine kleine Gruppe boshafter Menschen versucht, unsere Gesellschaft zu zerstören – lautstark, durchdringend, arrogant. Und das nicht nur in Deutschland. Keine politische Bewegung ist heute international so gut vernetzt wie die der Rechtsextremen, die mit alten Wörtern wie Volk und Heimat versuchen, die dümmsten aller Schafe einzufangen. Und die nicht nur das öffentlich-rechtliche Fernsehen mit ihrem Kampfbegriff „Lügenpresse“ angreifen.

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Thomas Begrich (Hrsg.): Das schönste Geschenk. Foto: Ralf Julke

Ein neuer, besinnlicher Sammelband mit Liedern und Geschichten zur Weihnachtszeit

Für alle LeserEs geht nun auch beim Wetter stürmisch und feucht in Richtung Advent. Man stolpert über die Weihnachtssüßigkeiten in den Supermärkten. Die Abende werden dunkel. Da denkt man tatsächlich so langsam daran: Was stellt man nun an in diesen Zeiten, da einen alles zum Innehalten zwingt? Da macht es sich gut, wen man ein schönes Regal voller Weihnachtsbücher hat.

Alexander Querengässer: Friedrich der Streitbare. Foto: Ralf Julke

Endlich ein faktenreiches Buch zum Leben und Wirken des ersten Kurfürsten der Wettiner

Für alle LeserMan darf durchaus staunen, wie schlecht erforscht die sächsische Geschichte tatsächlich noch ist, auch wenn alle naselang ein neuer Prachtband über August, die Gräfin Cosel oder das schöne Elbflorenz erscheint. Da schreibt so mancher nur von anderen ab und hübscht es auf. Deswegen fällt es richtig auf, wenn sich ein Historiker wie Alexander Querengässer einmal intensiv mit der Aktenlage zu Friedrich dem Streitbaren beschäftigt. Kennen Sie nicht? Dabei gäbe es ohne ihn gar keinen Freistaat Sachsen.

Sofie Cramer, Kati Naumann: Nachtflug. Foto: Ralf Julke

In „Nachtflug“ lassen Sofie Cramer und Kati Naumann über den Wolken zwei Welten aufeinanderprallen

Für alle LeserAm morgigen 23. Oktober erscheint das Buch ganz offiziell: der mittlerweile fünfte Roman der Leipziger Autorin Kati Naumann und der erste, den sie in echtem Teamwork mit der niedersächsischen Autorin Sofie Cramer geschrieben hat. Und ohne ihre Agentin wären die beiden niemals zusammengekommen. Und hätten auch niemals diese verrückte Buchidee verwirklicht. Die eigentlich noch viel verrückter ist als die herrliche „Nachtflug“-Geschichte von Antoine de Saint-Exupéry.

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Poesiealbum neu: Peter Gosse zum Achtzigsten. Foto: Ralf Julke

Ein grünes Heft würdigt den Leipziger Dichter Peter Gosse zu seinem 80. Geburtstag

Für alle LeserEs ist die erste „besondere Edition“, die die Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik hier als „Poesiealbum neu“ herausgebracht hat. Und auch die Normalausgabe ist limitiert. Also etwas für echte Liebhaber von Lyrik und Verehrer von Lyrikern, die für ganze Dichtergenerationen prägend wurden. Und so eine Rolle spielt der Leipziger Peter Gosse, der jüngst seinen 80. Geburtstag feiert.

Günter Pump: Die besten Rezepte aus Schleswig-Holstein. Foto: Ralf Julke

Mit Günter Pump in den erstaunlichen Küchen Schleswig-Holsteins unterwegs

Für alle LeserDie Reihe mausert sich. Irgendwann gibt es ein ganzes Regal mit quadratisch-praktischen Rezeptsammlungen aus allen Regionen Deutschlands. Und dann hat man direkt vor Augen, wie vielfältig die deutschen Küchen sind. Immer noch. Und alle diese kleinen Kochregionen sind zu Recht stolz auf ihre Besonderheit. Tatsächlich laden diese Bücher ein, das ganze Land einfach mal kulinarisch zu bereisen.

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André Herrmann: Platzwechsel. Foto: Ralf Julke

André Herrmanns „Platzwechsel“ oder Zurück mit allen Gefühlen in der mittelostdeutschen Provinz

Für alle LeserEiner unser treuesten Leser warf uns gleich vor, wir würden eine nicht wirklich begründete Jubelmeldung veröffentlichen, als wir ankündigten, für André Herrmanns neuen Roman „Platzwechsel“ seien die Filmrechte schon vergeben worden. Und dann liest man das Buch und weiß schon beim Lesen: Das kann ein gnadenlos guter Film werden. Wenn es nur nicht die üblichen ÖRR-Regisseure in die Hand bekommen.

Michelle Steinbeck: Eingesperrte Vögel singen mehr. Foto: Ralf Julke

Gedichtetes und Geträumtes von Michelle Steinbeck: Eingesperrte Vögel singen mehr

Für alle LeserMit Michelle Steinbeck hat der Verlag Voland & Quist eine neue große Autorin gewonnen. Eine mit einer richtigen Vor-Geschichte. Darauf spielt schon das Zitat an, das die 1990 geborene Schweizerin ihrem Buch beigegeben hat: Elke Heidenreich „Wenn das die neue Generation ist, dann gnade uns Gott.“ Hinter dem Zitat steckt der Skandal, den Heidenreich 2016 mit ihrem Auftritt im „Literaturclub“ ausgelöst hat.

Gudrun Dietze: Neue Thüringer Festtagskuchen & mehr. Foto: Ralf Julke

Neue Thüringer Festtagskuchen: 60 neue Rezepte aus der fruchtigen Thüringer Backwelt

Für alle LeserEs gibt Erfolge, die erzählen sehr viel über das, was Menschen wirklich wichtig ist. So wie das Buch „Thüringer Festtagskuchen“ von Gudrun Dietze, das 1993 im Leipziger Verlag für die Frau erschien. Es stand damals auch für ein sich deutlich wandelndes Verlagsprofil. Und es verkaufte sich bis heute 250.000 Mal. Da ist selbst der Verlag überrascht.

Freya Klier: Dresden 1919. Foto: Ralf Julke

Freya Kliers großes Panorama der Stadt Dresden im Jahr 1919

Für alle LeserMenschen sind fehlbar. Und meistens sind sie überfordert, die Folgen ihrer Entscheidungen wirklich zu bedenken. Da dominieren Emotionen von Rache, Wut, tiefer Verletztheit und sorgen dafür, dass die Geschichte für Generationen auf katastrophale Gleise gerät. Was hat das mit Dresden im Jahr 1919 zu tun? Eine Menge. Gerade weil Freya Klier sich um die Komplexität eines Jahres bemüht, das bislang eher so mitdümpelte im Schatten von 1918.

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Yvonne Kuschel: Der Pullover. Foto: Ralf Julke

Der Pullover: Eine neue, traumhafte Liebesgeschichte von Yvonne Kuschel

Für alle LeserHaben Sie im Traum schon mal ein Schaf namens Ramona getroffen? Oder Sonja, Susanne oder Sophia? Dem Helden dieser von Yvonne Kuschel liebevoll illustrierten Geschichte passiert das. Er ist ein einsamer Wolf, also einer von den vielen heutzutage, denen das Alleinsein passiert, weil sich Gelegenheiten nicht mehr bieten und sowieso Menschen immer vorsichtiger werden, sich aufeinander einzulassen.

Franziska Wilhelm: Die schönsten Abgründe des Alltags. Foto: Ralf Julke

Franziska Wilhelms Survivaltexte: Die schönsten Abgründe des Alltags

Für alle LeserSie ist das Sternchen im Schkeuditzer Kreuz, die kleine Kesse, die bis jetzt ein bisschen im Schatten der fünf Jungs stand, die das Schkeuditzer Kreuz zu einer durchaus über Leipzig und Schkeuditz hinaus wahrgenommenen Lesebühne gemacht haben. Und für zwei von ihnen gibt es in Franziska Wilhelms Buch auch freundliche Anspielungen. Für einen gleich im Titel.

Mely Kiyak: Haltung. Foto: Ralf Julke

Haltung: Mely Kiyaks eindringlicher Essay gegen das Lautsein

Für alle LeserEin wenig liest sich der Essay von Mely Kiyak wie ein Kontra zu Anja Reschkes „Haltung zeigen!“. Auch wenn er so bestimmt nicht gemeint war. Eher geht es um eine ganze Menge anderer Kollegen aus der Medienwelt, die uns nun seit zwei, drei Jahren die Ohren zuflöten mit der Mahnung, wir möchten jetzt Haltung zeigen, und uns also irgendwie öffentlich dem menschenfeindlichen Gezeter entgegenstellen oder so. Und dann machen sie doch in ihrem alten Quark weiter.

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Anke Stelling: Schäfchen im Trockenen. Foto: Ralf Julke

Schäfchen im Trockenen: Der gnadenlos bissige Roman über die schönen verlogenen Reichen von heute

Für alle LeserResi hätte es wissen können. So las sich das Kosthäppchen aus dem Verbrecher Verlag zur Ankündigung dieses neuen Romans von Anke Stelling. Resi ist ihre Erzählerin, von der man nicht so recht weiß: Wie viel Anke Stelling steckt eigentlich in ihr? Und wie viel Enttäuschung über Freunde, die sich entpuppen, wenn es um Geld geht und die Grenzen, die sie ziehen, wenn eine den verlogenen Schein infrage stellt?

Jürgen Weiß: Erfolgreiche Alt-68er. Foto: Ralf Julke

Erfolgreiche Alt-68er: Wie die „Mathematischen Annalen“ 1868 in Leipzig bei Teubner an den Start gingen

Für alle LeserDer Titel dieses Buches ist natürlich eine kleine Provokation, denn mit den 68ern von 1968 haben die bärtigen Herren, die Jürgen Weiß hier würdigt, nichts zu tun. Denn es sind alles 1868er. Und Mathematiker und Verleger. Und das Jahr 1868 steht für das Erscheinen des ersten Bandes der „Mathematischen Annalen“ bei Teubner in Leipzig. Was trotzdem eine kleine Revolution war.

Matthias Lemme, Susanne Niemeyer: Stille Post. Foto: Ralf Julke

Stille Post: Ein Adventskalender, der das Warten zum Erlebnis macht

Für alle LeserBald hängen sie wieder überall, einige völlig sinnloserweise mit Süßigkeiten gefüllt. Meistens heißen sie Weihnachtskalender, obwohl es eigentlich Adventskalender sind. Sie begleiten uns beim Warten. Einfach so, auch wenn der Verlag natürlich betont, dass es um das Erwarten der „weltbewegendsten aller Nächte“ geht. Es geht tatsächlich um mehr.

Sabine Lemire, Rasmus Bregnhøi: Mira. Foto: Ralf Julke

Ein turbulentes Jahr im Leben der überhaupt noch nicht verliebten Mira

Für alle LeserJa, was ist das eigentlich? Ein Comic? Nein, komisch ist die Geschichte Miras nicht wirklich. Auch wenn dieses eine Jahr im Leben von Mira wie ein Comicstrip gezeichnet ist. Liebevoll. Das ist unübersehbar. Die beiden Kopenhagener Kreativen Sabine Lemire und Rasmus Bregnhøi kennen das Leben der aufwachsenden Mädchen in diesem Alter, in dem man manchmal noch nicht weiß: Hat es schon angefangen? Oder darf ich noch Kind sein?

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Sandra Binder, Daniel Fernández: O du fröhliche. Foto: Ralf Julke

O du fröhliche: Die Geburt eines Weihnachtsliedes im eisigkalten Winter 1816 in Weimar

Für alle LeserEs heimelt mal wieder, auch wenn die riesigen Paletten mit Gebäck und Süßigkeiten in den Supermärkten eher wie Schlachtschiffe aussehen, die sich mit Gewalt durchs Angebot pflügen und den Käufern mit Wucht ins Bewusstsein hämmern, dass jetzt wieder zentnerweise Weihachten gekauft werden sollte. Doch nachdenkliche Verlage werden nicht müde daran zu erinnern, dass es bei Weihnachten um etwas völlig anderes geht.

Lisa Welzhofer: Kibbuzkind. Foto: Ralf Julke

Wie Lisa Welzhofer ihren Vater fand und den Schlüssel zu ihrer eigenen Lebensgeschichte

Für alle LeserDer Titel klingt, als handele es sich um eine Israel-Geschichte. Eine der vielen Ich-will-mal-versuchen-Israel-zu-verstehen-Geschichten. Aber das ist Lisa Welzhofers Suche nach der eigenen Herkunft ganz und gar nicht. Auch wenn die Suche nach ihrem Vater sie in einen Kibbuz am See Genezareth führt. Tatsächlich schreibt die Stuttgarter Journalistin aber eine berührende Familiengeschichte, wie sie viel zu selten geschrieben wird.

Ethel Scheffler, Sylke Tannhäuser: So isser, dor Saggse! Foto: Ralf Julke

So isser dor Saggse! oder warum Ordnung, Fleiß und Bedrahchn das Maß aller Dinge sind

Für alle LeserEs waren zwar die Sachsen, die in letzter Zeit medial so unangenehm auffielen. Aber gestern haben ja nun alle den Tag der Deutschen Einheit in gemeinsamem Missmut gefeiert. Jana Hensel, das derzeitige ostdeutsche Starlet aus Leipzig/Ostberlin, hat ja schon via „Zeit“ die Abschaffung dieses ungeliebten Feiertages gefordert. Aber warum sind da gerade die Sachsen so besonders renitent?

Steffi Böttger: Soest an einem Tag. Foto: Ralf Julke

In Soest kann man besichtigen, was alles auf eine Kuhhaut passt

Für alle LeserAm Ende verschlägt’s einen auch noch nach Soest. Das ist jetzt etwas frech formuliert. Aber wer mit Steffi Böttger auf Städtetour geht, der geht nicht nur mit einem „Alles prima!“-Gefühl auf Reisen. Der bekommt auch gleich noch gesagt, worüber sich die Städtereisende mächtig gewaltig geärgert hat. Ein Ärger, den die Leipziger ja nur zu gut nachempfinden können, wenn Steffi Böttger im malerischen Soest über einen hässlichen Kaufhaus-Klotz stolpert.