Wenn die Realität Satire schlägt: Pegida-Pöbler von Dresden ist sächsischer LKA-Mitarbeiter

Karikatur von Schwarwel zum Stand 18. August 2018. Der Ministerpräsident Kretschmer stellt sich hinter seine Polizei. Karikatur: Schwarwel.de Karikatur: Schwarwel.de

Für alle Leser„Sie haben mich ins Gesicht gefilmt“ könnte der Spruch des Jahres werden. Zumindest in Sachsen. Nach der durchaus gerechtfertigten Erregung über Pegida und AfD-Anhänger, welche am vergangenen Donnerstag in Dresden am Rande des Kanzlerin-Besuches ein ZDF-Filmteam bedrängt hatten und sich dieses daraufhin auch noch in einer 45–minütigen Polizeikontrolle wiederfand, folgte am heutigen 22. August ein echter Brüller. Der Mann mit dem Deutschlandhut, welcher in gepflegtem Sächsisch den Kameramann vom Magazin Frontal21 nötigen wollte, das filmen einzustellen, ist ein tariflich beschäftigter Mitarbeiter des Landeskriminalamtes Sachsen.

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Und da hier die Realität ganz eindeutig die Satire oder auch das Vorstellungsvermögen unserer Redaktion sprengt und man hier nur noch von „Dresdner Zuständen“ sprechen kann, hier die Mitteilung des Innenministerium Sachsen im Wortlaut.

“Das Sächsische Landeskriminalamt (LKA) hat heute das Innenministerium darüber informiert, dass es sich bei dem Bürger, der sich am vergangenen Donnerstag in Dresden verbal heftig gegen Filmaufnahmen eines TV-Kamerateams des ZDF-Politikmagazins „Frontal 21“ gewehrt hat, um einen Tarifbeschäftigten des LKA handelt.

Der Mitarbeiter war nach Informationen des LKA bei diesem Aufeinandertreffen nicht im Dienst gewesen, sondern habe als Privatperson an der vorangegangenen Versammlung teilgenommen. Derzeit befinde er sich im Urlaub. Über mögliche Konsequenzen werde das LKA entscheiden, wenn der Vorgang geklärt und der Betroffene zu den Vorkommnissen angehört worden sei.

„Selbstverständlich gilt für jeden Bürger in unserem Land das Recht auf freie Meinungsäußerung. Allerdings erwarte ich von allen Bediensteten meines Ressorts jederzeit, auch wenn sie sich privat in der Öffentlichkeit aufhalten und äußern, ein korrektes Auftreten“, sagte Innenminister Roland Wöller am Abend in einer ersten Reaktion.”

Falls es jemand nicht glauben kann, hier geht es zur Meldung des SMI im Netz.

Zur Webseite von Schwarwel

Kretschmers Tweed macht die Vorgänge um die Behinderung eines ZDF-Kamerateams zu einem Fall Kretschmer

https://new.l-iz.depolitik/sachsen/2018/08/Kretschmers-Tweed-macht-die-Vorgaenge-um-die-Behinderung-eines-ZDF-Kamerateams-zu-einem-Fall-Kretschmer-229950?highlight=pegida

 

7 Kommentare

  1. Vielleicht wollte er einfach nicht ins Fernsehen, das ist aber auch auf der anderen Seite nicht so willkommen. Wie man bei den Gegendemonstranten in Markkleeberg schön beobachten konnten.

  2. Lieber Frank, wenn man nicht gefilmt werden möchte, ist das direkte Laufen auf eine Kamera hin irgendwie widersinnig. Der Rest Ihres Textes ist leider kaum zu verstehen; welche andere Seite meinen Sie und wann konnten Sie was in Markkleeberg beobachten?

  3. Vor Jahren kam es im schönen Markkleeberg zu einem Aufmarsch von der „Offensive für Deutschland“. Als sich eine Kamera der Sitzblockade dagegen nährte, sind gleich ein paar der Herren aufgesprungen, um dies zu verhindern.

  4. Danke. Trifft zwar nicht genau den Vorgang in Dresden (weil die Kamera sich bewegte), behindert die Pressefreiheit aber dennoch und ist daher nicht akzeptabel. Um nicht beim Whataboutism zu bleiben können wir also gemeinsam feststellen, dass der LKA-Mitarbeiter aus Dresden einen aggressiven Versuch unternommen hat, die Grundrechte Anderer zu kriminalisieren und einzuschränken.

  5. Mich macht es betroffen, dass jemand, der Zugriff zu dermaßen sensiblen Daten hat, der damit täglich arbeitet, auswertet, gar als Sachverständiger vor Gerichten gehört wird, wie so jemand sich auf so niedrigem Niveau zum Pöbeln hinreißen lässt. Wenn man nicht weis, wo er arbeitet, könnte man ihn genausogut auch für einen langzeitarbeitslosen unzufriedenen Bürger halten mit dem Bildungsniveau Förderschule.
    Da sieht man mal, wie man sich von Optik und Sprache täuschen lassen kann.
    Umso schlimmer finde ich mit dem Wissen um seine Tätigkeit, dass er sich so selbstverständlich und so “versiert” pöbelnd darstellt. Ist der wirklich immer so in seiner Freizeit? Oder ist er ein Agent provocateur? Und wenn er wirklich immer so ist, was ist dann von seinen Gutachten zu halten? Behält er da die nötige Objektivität?

  6. Was ich noch viel bedenklicher finde – wieviele sitzen da noch in sensiblen Positionen, die sich nicht durch ihre eigene Dummheit selbst enttarnen?

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