Kann es sein, dass die Bürgerkriegsbilder aus Hamburg politisch erwünscht waren?

Karikatur: Schwarwel

Für alle LeserFrank Drieschner, Redakteur der „Zeit“, betonte in seinem Beitrag „Die Strategie der Polizei ist gescheitert“ extra, er schätze die ausufernde Gewalt und das Handeln der Polizei beim G20-Gipfel in Hamburg als Laie ein. Die wirkliche Einschätzung könnten nur Experten vornehmen. Aber er war nicht der einzige Redakteur, der bezweifelte, dass die Polizei richtig gehandelt hat. Und das hat wenig mit Polizei-Expertentum zu tun.

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8 Kommentare

  1. Es gibt wohl keine andere logische Erklärung.

  2. Deutschland als einen Polizeistaat wirken zu lassen und Verunsicherung in der Bevölkerung zu erzeugen, das ist das längst bekannte Interesse des “schwarzen Blocks” und seiner Verteidiger. In Hamburg ist dies mit Deckung durch ein paar Biederleute fast gelungen, die größte Verunsicherung jedoch entstand in der Schanze. Niemand vermutet nun, dass das brennende Auto von der Frau Nachbarin in Altona Herrn Trump davon hätte überzeugen können, dass er sofort das Pariser Klimaschutzabkommen unterschreiben muss.
    Die Polizei hat es nicht geschafft, ein angemessenes Instrumentarium gegen den Hooligan-Aufruf “Welcome to Hell” zu finden, weil sie eben an Gesetze und Gerichtsurteile gebunden ist, die auch Brandstifter und Plünderer bis zu dem Moment des Verbrechens vor dem Polizeizugriff schützen. Insofern musste die Polizei scheitern, wenn sie abwartete und ebenso wenn sie eingriff – beides hat sie zuzeiten getan und stets wurde es als Eskalationsabsicht ausgelegt.
    Der menschenverachtende Zynismus, den ein “Krawallforscher” und ein paar Kommentatoren bei der Polizei vermuten, scheint bei ihnen selbst offenkundig.

  3. @Michael
    Ich glaube nicht, dass DER Schwarze Block überhaupt existiert. Das sind zig Leute, die sich untereinander wahrscheinlich nicht mal kennen. Entsprechend absurd ist es, diese alle in einen Topf zu werfen und ihnen EIN Interesse zu unterstellen.

  4. “Insofern musste die Polizei scheitern, wenn sie abwartete und ebenso wenn sie eingriff….”

    Nein, nicht unbedingt. Deeskalation hat in der Vergangenheit schon oft gewirkt, Einsätze, bei denen man bei “leichten” Verstößen wie z.B einzelnen Vermummungen, beide Augen zugedrückt hat, sind oft friedlich geblieben. Kluge Einsatzleiter schicken ihre Truppen wegen solcher Nichtigkeiten nicht in eine mehrere tausen Menschen große Ansammlung, die durch die Vorkommnisse der Stunden davor eh schon aufgeladen war. Und dabei ist es ganz egal, ob sie dabei im Recht gewesen wären, die Situation einigermaßen ruhig zu halten und Menschen nicht zu gefährden sollte Vorrang haben. Das betonen selbst Polizisten oft genug. Und um brennenden Autos und Plünderungen ging es immerhin zu dem Zeitpunkt noch gar nicht, die gezeigte Härte war also – zu diesem Zeitpunkt – völlig unangebracht. (Dafür gibt es Berichte, dass in der Nacht, als Härte angebracht gewesen wäre, lang keine Polizei vor Ort war. Wieder wenig klug bis dumm.)
    Und zum schwarzen Block – ich glaub nicht, dass den irgendwer verteidigt, das Vorgehen der Polizei falsch zu finden hat nichts mit Sympathien für die Demo-Teilnehmer zu tun. Damit wird einfach nur die Verhältnismäßigkeit und Unbesonnenheit der Beamten kritisiert. Und zwar nicht nur von “Linken”, sondern u.A. von Anwälten, Politikern, sogar Polizisten. Dass Teilnehmer beim schwarzen Block (und nichts anderes ist dieser Block, Anarchisten lehnen Hierarchien nun einmal ab und es gibt weder feste Mitglieder noch Anführer) oft genug auf Konfrontation aus sind, ist ja auch bekannt, aber selbst da hat eine gut angewandte Deeskalationstaktik schon Wunder gewirkt und man hat den schwarzen Block friedlich mitmarschieren sehen. Ohne einen einzigen Böller oder Flaschenwurf. Selten? Wahrscheinlich, aber einen Versuch wert, oder?

    “Niemand vermutet nun, dass das brennende Auto von der Frau Nachbarin in Altona Herrn Trump davon hätte überzeugen können, dass er sofort das Pariser Klimaschutzabkommen unterschreiben muss.”

    Wer Autos anzündet und Geschäfte plündert, den interessieren Klimaabkommen wohl eher nicht die Bohne und sollte auch nicht vermengt werden. Das hat nichts mit der Demo zu tun, sondern eher wieder mit falsch geplanter Polizeitaktik. (Als Laie würd ich jetzt sagen, wenn man bei der Demo nicht grundlos zu viele Beamte verheizt hätte, wären Nachts genug dagewesen, um vieles zu verhindern. Aber ich bin ja nur Laie.)

  5. “… dass die Bürgerkriegsbilder aus Hamburg politisch erwünscht waren” halte ich für einen Griff in die Kiste der Verschwörungstheorien. Und solche möchte ich bei der L-IZ eigentlich nicht lesen. Schade.

  6. Lieber karl,

    wenn sich Politik etwas “wünscht”, tut sie das manchmal auch durch Unterlassungen oder eben eine bestimmte Doktrin. So sehe ich zumindest den Inhalt des Beitrages. Über die Überschrift bleibe ich aber verhandlungsbereit ;-)

    Michael

  7. Warum, sofort als bekannt wurde, dass der Gipfel in Hamburg stattfindet, stand diese Frage im Raum, das hat mit Verschwörungstheorien nichts zu tun. Jeder, der sich nur halbwegs in dem Thema und der Szene auskennt, hat sich diese Frage schon gestellt. Und zwar weit vor dem Gipfel. Überrascht hat das Ergebnis niemanden.

  8. Mensch, Wahljahr ist ja auch… Und da profitieren Regierungen von Naturkatastrophen und Co., weil sich Innenminister als Macher aufspielen können! Die Gewalt war wohl also politisch nicht weniger unerwünscht als ein Hochwasser.

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