Memleben zeigt 2018 eine große Sonderschau zur 1.000-jährigen Klostergeschichte

Kloster Memleben. Foto: Transmedial

Für alle LeserMitteldeutschland ist nicht nur Luther – auch wenn sich Luther 2017 als guter Tourismusmagnet erwiesen hat. Mitteldeutschland ist auch die Keimzelle dessen, was wir heute als Deutschland begreifen. Denn hier gründeten die Heinriche und Ottonen ihre Hausmacht. Und ein prunkvolles Stück davon kann man 2018 im Kloster Memleben besichtigen. Der Saale-Unstrut-Tourismus e.V. lädt schon mal ein zum Besuch.

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Hier die Einladung:

Das Mittelalter – eine finstere Epoche? Eine unzivilisierte Ära zwischen Antike und Renaissance? Eine ganze Region beweist, dass das gängige Bild vom Mittelalter völlig falsch ist: Saale-Unstrut. Wer die einmalige Kulturlandschaft zwischen Leipzig und Weimar entlang der Straße der Romanik bereist, findet die Artefakte einer europäischen Hochkultur: Burgen, Dome, Klöster, Kirchen und atemberaubende Kunstschätze.

Aus Anlass des 25. Geburtstages der Straße der Romanik ermöglichen ein herausragendes museales Ereignis und begleitende Projekte im Jahr 2018 einen besonders lebendigen Eindruck von der Fülle und Schönheit mittelalterlicher Kultur.

Vielerorts in Europa dienten Klöster als kulturelle Schrittmacher. So auch an Saale und Unstrut. Die Mönche und Nonnen brachten nicht nur das Glaubensleben, sondern auch Kunst, Bildung, Weinbau, Medizin, Krankenpflege und eine effektive Verwaltung. Bis zur Reformation gab es etwa 50 aktive Klöster im Umkreis der beiden Flüsse. Heute sind nur wenige davon von Ordensleuten bewohnt. Der Großteil dient weltlichen Zwecken: als Schloss, Schule oder Museum. Und so erschließt sich der Reichtum der einstigen Klosterlandschaft an Saale und Unstrut erst auf den zweiten Blick.

Memleben schreibt Geschichte

Das damals wichtigste Kloster der Region befand sich in Memleben. Im 10. Jahrhundert bekannt wurde der idyllisch an der Unstrut gelegene Ort als Königs- und spätere Kaiserpfalz. Zwei bedeutende Regenten des Mittelalters verstarben hier: König Heinrich I. (ca. 876-936) sowie sein Sohn und Nachfolger Kaiser Otto I. (912-973). Kaiser Otto II. stiftete dem Ort im Jahr 979 ein Benediktinerkloster. Gemeinsam mit seiner Frau Theophanu stattete er das Kloster reich an Grundstücken aus, so dass es sich innerhalb kurzer Zeit zu einer bedeutenden Reichsabtei entwickelte. Ende des 10. Jahrhunderts wird ihm sogar Markt-, Münz- und Zollrecht verliehen.

Wie mächtig das Kloster einst gewesen sein muss, erahnen Besucher, wenn sie von einem Podest aus auf den nachgebauten Grundriss der Monumentalkirche aus dem 10. Jahrhundert blicken. Die gewaltige Größe, vergleichbar mit dem Kölner Dom, beeindruckt. Im angrenzenden Klostergarten, den Ruinen der Klosterkirche aus dem 12. Jahrhundert und in der noch weitgehend im Originalzustand erhaltenen spätromanischen Krypta ist der Geist von damals noch spürbar.

Sonderausstellung zeigt erstmals Schinkel-Zeichnung mit Klosterruine

Mit der aufwendigen Sonderausstellung „Wissen und Macht. Der heilige Benedikt und die Ottonen“ findet hier vom 7. Mai bis zum 15. Oktober 2018 das museale Hauptereignis zum Jubiläum „25 Jahre Straße der Romanik“ statt. Dabei werden auf zwei Etagen im Ostflügel der Klausur über 60 Exponate zu sehen sein. Einige davon werden zum ersten Mal öffentlich präsentiert. Die Museologen haben dafür alle bekannten, noch vorhandenen Ausstattungsstücke des Klosters Memleben zusammengetragen. Darunter ein Relief aus Holz, das die Grablegung Christi zeigt, einen Schrein mit einer Madonna und einen bronzefarbenen Schlüssel. Höhepunkt der Ausstellung ist eine zum ersten Mal gezeigte Zeichnung der Klosterruine von Karl Friedrich Schinkel um 1820. Der Maler und Architekt bewahrte die Klosterkirche vor der Plünderung. Damals diente sie als Getreidespeicher.

Um die Geschichten des Klosters Memleben lebendig zu erzählen, führen der heilige Benedikt, Kaiser Otto II., seine Frau Theophanu und weitere historische Persönlichkeiten durch die Schau. Verschiedene interaktive Stationen wie eine Klosterkarte in 3D vermitteln einen Eindruck vom Leben der Mönche.

Begleitschau erzählt Geschichten der Klöster an Saale und Unstrut

Elf weitere Klosterorte begleiten die Sonderausstellung. Unter dem Titel „Kloster und Welt. Die Klosterlandschaft an Saale und Unstrut“ erfahren Besucher an den einstigen Zentren des Glaubens, wie Mönche und Nonnen lebten und welches Schicksal die Standorte über die Jahrhunderte ereilte. Dabei können mit der Gemeinschaft der Zisterzienserinnen in Helfta und dem Konvent der Benediktiner auf der Huysburg auch zwei aktive Klöster besucht werden.

Auch montalbâne, eines der wichtigsten Festivals für mittelalterliche Musik in Europa, ist ein Partner des Projektes. Anlässlich der Ausstellung „Kloster und Welt“ und in Kooperation mit der Stiftung Schulpforta, der Landesschule Pforta und dem Pförtner Bund findet es in der malerischen Zisterzienserabtei Pforta statt.

Informationen zu den Ausstellungen

„Wissen und Macht. Der heilige Benedikt und die Ottonen“

Sonderausstellung vom 7. Mai bis 15. Oktober 2018, täglich von 10 Uhr bis 18 Uhr im Museum Kloster und Kaiserpfalz Memleben (Thomas-Müntzer-Straße 48, 06642 Kaiserpfalz/OT Memleben).

Kloster Memleben.

Ausstellung „Wissen und Macht“.

„Kloster und Welt. Die Klosterlandschaft an Saale und Unstrut“

Korrespondenzorte zur Sonderausstellung: Kloster Donndorf, Kloster Göllingen, Kloster Goseck, Kloster Helfta, Kloster Huysburg, Kloster Memleben, Moritzkloster Naumburg, Kloster Posa (Zeitz), Kloster Pforta, Kloster Reinsdorf (Nebra), Franziskanerkloster Zeitz, Kloster Zscheiplitz, in Kooperation mit dem Festival montalbâne, Zentrum für Mittelalterausstellungen am Kulturhistorischen Museum Magdeburg

Ausstellung „Kloster und Welt“.

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