Wasser-Stadt-Leipzig e.V. schreibt Offenen Brief zur Kritik am Wasserfest 2018

Das Rosentalwehr bei größerem Wasserangebot. Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm 18. August veröffentlichten wir an dieser Stelle den Leserbrief von Kirsten Craß, Mitstreiterin im NABU Leipzig, in dem sie die von der Stadt Leipzig genehmigten Regulierungen im Wasserknoten Leipzig extra zur Absicherung des Wasserfestes kritisiert. In einem ausführlichen Offenen Brief antwortet jetzt Dr. Sabine Heymann, die Vorstandsvorsitzende des Wasser-Stadt-Leipzig e.V..

Störer

Den ganzen Beitrag lesen und Kommentare schreiben?
Hier anmelden:


Sie haben noch keinen Zugang?

  • alle Artikel lesen
  • Kommentare schreiben
  • an Umfragen teilnehmen
  • an Verlosungen teilnehmen
  • andere Leser unterstützen
Jetzt Registrieren
Störer

5 Kommentare

  1. Ich denke, das Problem ist, dass die Leipziger Gewässer grundsätzlich viel zu schmal und/oder zu flach sind für so intensiven Bootsverkehr, abgesehen von ihrer ökologischen Sensibilität. Ausnahmen sind das naturferne Elsterbecken, eine komplett künstliche Anlage, die mit keinem natürlichen Flusslauf auch nur im Ansatz etwas zu tun hat sowie der ebenso künstliche Karl-Heine-Kanal. Alle anderen Flüssen und Wasserläufe (Elster, Pleiße, Batschke (auch als Floßgraben bekannt) usw.) leiden doch jetzt schon unter dem Bootsverkehr. Auch wenn es nur Menschen mit Paddelbooten sind: ich habe schon so oft gesehen, wie die Leute auf den Sand- und Kiesbänken herumgelaufen sind, auf denen die Libellenlarven bedrohter Arten leben. Ich habe auch oft genug gesehen, wie Leute irgendwo an Pleiße oder Floßgraben aussteigen um Picknick zu machen, zu angeln oder anderes. An Ufern, wo Eisvögel nisten und Fischotter irgendwo vielleicht in einer Höhle am Ufer schlafen. Ehrlich gesagt finde ich das auch rücksichtslos, diese Entwicklung noch zu feiern. Mich machen solche Feste eher sehr traurig, wenn ich an die wahrscheinlich zertrampelten Libellenlarven denke.

    Im übrigen bitte beachten! Es geht nicht darum, dass die Fische nicht ausweichen könnten im Elsterflutbecken. Im Leserbrief geht es um Einleitungen am Klärwerk Rosental in die Neue Luppe, hier strömt laut des Leserbriefs aus technischen Gründen nicht vollständig gereinigte Wasser unverdünnt in die Luppe. Natürlich merkt man stromaufwärts davon nichts! Erst ab dem Klärwerk wird die Wasserqualität schlechter.

    Dieses wurde offenbar vom Wasserstadt Leipzig e.V. nicht verstanden. Es geht hier nicht um den Platz, sondern um die schlechte Wasserqualität.

  2. Oh, verstanden wird das schon, aber es interessiert nicht. Es wird rhetorisch beiseitegewischt und weggeschrieben nach dem Motto: Ist doch alles in bester Ordnung! Ihre Vorstandsvorsitzende des Dürre-Stadt-Leipzig e.V.

  3. Zur Erinnerung: Naturschutzgebiet, FFH-Gebiet, SPA-Gebiet… und von April bis Oktober immer mehr solcher Szenen.

  4. Liebe Frau Dr. Heymann.
    Es ist nicht meine Art, mich in Diskussion an dieser Stelle zu beteiligen. Selten, aber wie in diesem Fall möchte ich mich äußern.
    Seit 2011 sprechen wir beide um Themen wie den Leipziger Auwald und die Leipziger Gewässer. Sie waren von Anbeginn in unserer NuKLA-Initiative eingebunden. Leider haben auch Sie unsere Botschaft nie verstehen wollen. Schade. Nun, nach 7 Jahren der Ignoranz seitens der Akteure und Vorantreiber des WTNK, soll sich niemand wundern, wenn der Druck auf dieses “planerische Konzept” wie es nunmehr heißt, um zu verschleiern, dass es sich natürlich um einen genehmigungs- und überprüfungspflichtigen Plan handelt, bzw. dessen Fortschreibung immer größer wird. Im Rahmen dieser Fortschreibung findet zwar eine sogenannte “Beteiligung” statt, in der (ausgewählte) Beteiligte sich zwar – bezogen auf die Naturschutzverbände gemeinsam und konkret sehr kritisch – äußern dürfen, deren Position jedoch keinerlei Niederschlag im sogen. “Beteiligungsprozess” und dessen Verlautbarungen findet. So wie schon die BürgerInnenumfragen der Vergangenheit, die alle zu dem Ergebnis kamen, dass die Menschen, die hier leben mehrheitlich eine naturnahe, naturschonende und sanfte Nutzung der hiesigen Gewässer wollen, ingoriert und ad Acta gelegt wurden. Nur zur Erinnerung: Leipzig ist keine Wasserstadt sondern eine Auenstadt und täte gut daran, dieses Potential zu nutzen, statt es für billiges Disneylandgehabe zu verramschen, auch wenn Brot und Spiele schon immer ein probates Mittel waren, das Volk im Zaum zu halten. Und irgendwann wird auch dem Störmthaler See das Wasser ausgehen, um das Ganze am Laufen zu halten und kurz vor dem Wasserfest die Pleiße zu befüllen, damit nicht tote Fische den Spaß durch Realitäten verderben.
    Bitte sehen sie hier: http://www.nukla.de

    Sehr gern steht es allen frei uns zu unserem Symposium vom 12.-14.9. zu besuchen, auch denen, welche lt. Herrn Rosenthal nicht in ihrem Dienst teilnehmen dürfen. Diese Veranstaltung kann die Gelegenheit zu einem Schulterschluss zu Gunsten des “Leipziger Auenökologiesystems” werden. Dazu muss man allerdings offen sein.

    Mit frdl. Gruß, Ihr W. Stoiber

  5. Eine Veranstaltung ist per se kein Gemeingebrauch, meint: von Gesetzes wegen. Die Behauptung von Frau Heymann, das Wasserfest sei eine Nutzung im Rahmen des Gemeingebrauchs ist schlicht falsch. Hier wird eine Gewässernutzung organisiert. Deshalb gibt es auch eine entsprechende Genehmigung von der Unteren Wasserbehörde Stadt Leipzig. Gibt es?

    Darüber hinaus wurden die Gewässer für das “Fest” extra “hübsch” gemacht – sie wurden entkrautet, damit die Boote freie Fahrt haben.

    “Kernthema des Leipziger Wasserfestes und unseres Vereins ist neben der Bewerbung des Gewässerverbundes…” So ist es. Und auf der Seite des Vereins wird das “Kernanliegen” noch deutlicher. Über den Neubau des Elster-Saale-Kanals (des nicht gebauten – und zwar aus fehlenden wirtschaftlichen Gründen zu recht nicht gebauten) sollen über die Leipziger Auwaldgewässer die Tagebaurestlöcher an die droße weite Welt angeschlossen werden. M.a.W., es sollen Wasserstraßen gebaut werden. Die wiederum sind das Gegenteil von Natur, denn es sind Straßen.
    Diese “Vision” (hier verdient Helmut Schmidt wieder mal zitiert zu werden… ) ist ausschließlich für Motorboote gedacht. Muskelbetriebene Boote bedürfen dieses Aufwandes nicht und er ist für diese rechtlich auch nicht vorgesehen. Für Paddelboote werden keine Straßen gebaut.
    Somit schafft dieser Verein erst die Notwendigkeit, sich über den Schutz der Natur unterhalten zu müssen. Denn mit den “Visionen” vom Straßenbau wird Natur zerstört.
    Zu behaupten, man suche einen Ausgleich zwischen den verschiedenen Nutzergruppen ist somit schlicht eine Verdrehung der Tatsachen.

    Ganz nebenbei ist dieses Projekt auch ein “Schlüsselprojekt” des sogenannten Grünen Rings (und damit der Stadt) Leipzig. Der Verein fungiert insoweit offensichtlich als Marketingabteilung der Stadt Leipzig. Und bekommt als solcher natürlich auch Förderung ideeller und materieller Art.

    Daß keine hiesigen anerkannten Naturschutzvereine dieses “Fest” fördern hat einen guten Grund.
    Haischützer haben einen wichtigen Job, kennen sich aber mit den hiesigen Gewässern und dem Anliegen des Vereins Wasserstadt Leipzig offensichtlich nicht aus. Kann man ja versuchen zu ändern. Ein anerkannter Naturschutzverein sind die Haischützer ebensowenig wie die Angler.
    Beim Leser diesem Irrtum zu erzeugen ist scheinbar nötig. Und offenbar auch Methode. Politik halt. Ach so, Politik…? Frau Heymann…? Da war doch was? Richtig, Frau Heymann ist (auch) Politikerin.

Schreibe einen Kommentar

Störer

Weiterlesen auf l-iz.de

Grüne, Linke und SPD beantragen Erhöhung des Etats für die Freie Szene um 3,6 Millionen Euro

<span class="liz-leserclub">Für alle Leser</span> Am Donnerstag, 1. November, hat die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen ihre Liste von Änderungsanträgen zum neuen Leipziger Doppelhaushalt 2019/2020 vorgestellt. Der soll wahrscheinlich im Januar 2019 beschlossen werden. Aber bislang steht vieles noch nicht drin, was der Stadtrat eigentlich längst beschlossen hat. Oder was überfällig ist für die wachsende Stadt. Dass OBM Burkhard Jung gerade jetzt von „Wachstumsschmerzen“ redet, kann Fraktionsvorsitzende Katharina Krefft so nicht stehen lassen.

Der richtige Ort: Das Pöge-Haus an der Hedwigstraße im Leipziger Osten. Foto: L-IZ.de

Leipziger Osten wird zum ersten Mal Schauplatz des Art Go East - Festivals

Die zum ersten Mal stattfindende Biennale für darstellende und bildende Kunst ArtGoEast ist in vielerlei Hinsichten ein ambitioniertes Projekt: ein Festival an neun Ausstellungsorten mit über 15 lokalen und internationalen Künstlern. Es versteht sich dabei als innovatives, kritisches und nachhaltiges Projekt, dass sich trotz einer in der Stadt herrschenden Atmosphäre des Kulturüberangebots und in einem von voranschreitender Gentrifizierung geplagtem Stadtteil behaupten möchte.

Geschäftsklimaindex für Leipzig im Herbst 2018. Grafik: IHK zu Leipzig

Leipziger Unternehmen haben immer stärker mit dem Sorgenthema Fachkräftemangel zu kämpfen

<span class="liz-leserclub">Für alle Leser</span> Vor zwei Wochen haben die sächsischen IHKs den Geschäftsklimaindex für ganz Sachsen veröffentlicht. Jetzt gibt es auch die Einzelauswertung für Leipzig. Und die zeigt, dass es im Grunde nur drei Branchen sind, in denen die Stimmung kräftig abgesackt ist. Und die Ursachen sind jedes Mal etwas andere.

Störer
Die Eisenbahnstraße im Leipziger Osten. Foto: Ralf Julke

Die Waffenverbotszone in der Eisenbahnstraße stigmatitisiert das ganze Quartier

<span class="liz-leserclub">Für alle Leser</span>Wenn Politiker versagen, werden sie zu Law&Order-Spezialisten. Dann werden irgendwo lauter Gefährder ausgemacht und lauter Schnapsideen ausgedacht, mit denen man öffentlich so tun kann, als wäre man ein prima Innenminister, der alles im Griff hat. So wie damals Sachsens Innenminister Markus Ulbig, als er Leipzigs OBM eine Waffenverbotszone in der Eisenbahnstraße aufschwatzte. Jetzt wehren sich die Engagierten aus der betroffenen Straße.

„Der zweite Anschlag“. Foto: DOK Leipzig

DOK Leipzig, Tag 4: Radikaler Fokus auf Feministinnen und Opfer von Rassismus

<span class="liz-leserclub">Für alle Leser</span>Der rechtsradikale Vormarsch in vielen Staaten hat sich in den vergangenen Jahren auf vielfältige Weise geäußert: zunehmender Rassismus und antifeministische Bestrebungen gehören dazu. Zwei Dokumentationen von Frauen widmen sich der Machokultur im politischen Italien und dem strukturellen Rassismus in Deutschland – und konzentrieren sich dabei radikal auf jene, die für das Gute kämpfen und unter den bestehenden Bedingungen leiden.

Störer
Jacek Joav Schäfer-Jasinski: Der Kleine Prinz kommt zurück. Foto: Ralf Julke

Der Kleine Prinz kehrt zurück oder Die Frage nach dem Glück, das wir nicht mehr sehen

<span class="liz-leserclub">Für alle Leser</span>Wer kennt ihn nicht, den kleinen Prinzen aus Antoine de Saint-Exupérys berühmten Buch „Le petit prince“ von 1943, das ich nun beinah ein Kinderbuch genannt hätte. Aber eigentlich ist es ja keins. Eigentlich ist es ein Traumbuch. Ein Buch darüber, wie wir gern wären, wenn wir aufmerksamer wären und mitfühlender, als wir sind. Wir – auf unserem kleinen Planeten. Ein Buch, das zu immer neuen anderen Büchern anregt.

Quelle: Baileo - Tanzpassion Leipzig

Kindertanztag bei Baileo - Tanzpassion Leipzig

Baileo - Tanzpassion Leipzig veranstaltet diesen Sonntag, am 04.11. einen Kindertanztag, zu dem Kinder und Teens zwischen 4 und 14 Jahren eingeladen sind, verschiedene Tanzstile von Ballett bis Hip Hop in sechs gratis Workshops auszuprobieren.

Zugang zum agra-Messepark. Foto: Ralf Julke

4. Jules-Fantasymarkt auf dem agra-Veranstaltungsgelände Leipzig

Wenn sich am 10. und 11. November die deutsche Fantasyszene im agra- Veranstaltungsgelände in Leipzig trifft, ist ein waschechter Drachen das Maskottchen. Mit glühenden Augen, dampfenden Nüstern und einem Maul, aus dem zwei Meter weit das Feuer lodert, erobert das Ungetüm sofort die Herzen der Kinder.

Störer
Bunt? Bunter. Nigerianische Baptistinnen in Yardenit. Foto: Jens-Uwe Jopp

Israel intensiv: Shukran und Toda oder „Come back“

<span class="liz-leserclub">Für alle Leser</span>Was bleibt nach einer 14-tägigen Reise ins „Heilige und gelobte Land?“ Zunächst erst einmal ein „Danke“ auf Arabisch und Hebräisch. Danke für die Zeit, die empfangene Herzlichkeit, das Bemühen um das Verstehen und die Geduld beim Verstehen lernen. War’s das? Und das unbeschreiblich leckere Essen natürlich. Da isst man in einem arabischen Restaurant von 20(!) verschiedenen Tellern, für jeden Einzelnen wohlgemerkt – aber auch in der palästinensischen Unterkunft werden zauberhafte Speisen aus Fisch, Fleisch und Gemüse stundenlang (teilweise unter der Erde) gekocht, geschmort, gebraten.

Regionalzug im Hauptbahnhof Leipzig. Foto: Ralf Julke

Verkehrsminister Martin Dulig hat die Nase voll und hebt eine neue Landesgesellschaft für den Nahverkehr in Sachsen aus der Taufe

<span class="liz-leserclub">Für alle Leser</span>Am Donnerstag, 1. November, hatte Sachsens Verkehrsminister Martin Dulig die Nase voll. Seit 2014 versucht der SPD-Minister, endlich ein modernes Nahverkehrskonzept für den Freistaat auf die Beine zu stellen. Jetzt zieht er die Reißleine, nachdem jeder Vorstoß am provinziellen Kleinklein im Land verebbte. Jeder Landrat hat augenscheinlich völlig andere Vorstellungen von dem, was er sich wünscht.