Jedem dritten Leipziger wurde in den letzten fünf Jahren das Fahrrad geklaut

Radfahrer am Martin-Luther-Ring. Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSchlagzeilen machte der Leipziger Radverkehr in den letzten beiden Jahren vor allem dadurch, dass immer mehr Fahrräder geklaut wurden. Zeitweilig war Leipzig augenscheinlich zentrales Betätigungsfeld für die international agierenden Fahrradschieberbanden. Und sie klauen die Räder auch direkt aus den Kellern. Jedem Dritten wurde in den letzten fünf Jahren ein Fahrrad geklaut. Das weiß nicht mal die Polizei.

Der Diesel-Skandal trifft in Leipzig vor allem die jungen Erwerbstätigen mit niedrigem Einkommen

Ampelkreuzung am Martin-Luther-Ring. Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAlles rollt. Eine Stadt wie Leipzig lebt von der Bewegung. Ihre Einwohner sind ständig unterwegs – zur Arbeit, zur Kita, zur Schule, nach Hause, zum Einkaufen. Und das erzeugt natürlich jede Menge Verkehr. Und jedes Jahr fragt die Bürgerumfrage deshalb auch ab, welche Verkehrsmittel die Leipziger besitzen und nutzen. Und wie sie es tun.

Mietsteigerungen treffen die Wenigverdiener in Leipzig wieder am heftigsten

Graffiti in Connewitz. Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie Bürgerumfrage 2017 hat zum ersten Mal sichtbar gemacht, wie der sich zusehends verengende Wohnungsmarkt in Leipzig jetzt auf die Mietkosten drückt. Bis 2013 waren die Mieten in Leipzig relativ stabil, ging es auch bei den ermittelten Grundmieten meist nur ein paar Cent rauf oder runter, schwankte der Wert um die 5 Euro kalt pro Quadratmeter. Seit 2014 hat sich das spürbar geändert.

Wenn ein Niedriglohn-Arbeitsmarkt immer weiter Armut in Leipzig produziert

Anstieg der Nettoäquivalenzeinkommen in Leipzig. Grafik: Stadt Leipzig, Bürgerumfrage 2017

Für alle LeserIn der Auswertung zur Bürgerumfrage 2017 beschäftigen sich Leipzigs Statistiker aus gutem Grund auch mit dem Thema Armut. Denn jetzt gehen nach und nach auch tausende Leipziger in Rente, die aufgrund ihrer mehrfach unterbrochenen Berufskarrieren und langer Arbeitslosigkeit direkt in die Armut hineinspazieren. Altersarmut wird ein wichtiges Thema. Lösungen: keine in Sicht.

Kriminalität in den Köpfen und Wohnkosten jetzt schon Problemthema Nr. 2

Die größten Probleme aus Bürgersicht. Grafik: Stadt Leipzig, Bürgerumfrage 2017

Für alle LeserDie meisten Ängste tragen wir nur im Kopf. Unser Gehirn ist eine echte Angstmach-Maschine, wenn man sie immerfort mit Erzählungen füttert von gefährlichen Ereignissen. Und wenn man Menschen fortwährend Angst macht, Blut, Horror und Skandal ruft, dann sehen sie nur noch diese Gespenster an der Wand. Auch das bestätigt die Leipziger Bürgerumfrage 2017. Wieder einmal.

Wie leicht sind die Leipziger für menschenfeindliche Positionen zu erreichen?

Einige Punkte zur gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit. Grafik: Stadt Leipzig, Bürgerumfrage 2017

Für alle LeserEs hat diesmal besonders lange gedauert, bis Leipzigs Statistiker die Kommunale Bürgerumfrage von 2017 ausgewertet haben. Aber mit über 150 Seiten ist der Ergebnisbericht besonders dick ausgefallen. Und auf das Titelfoto mit dem Regenbogen, das vom Rathausturm aus aufgenommen wurde, sind sie besonders stolz. Es zeigt genau dieses Leipzig zwischen einer Regenfront mit dunklen Wolken rechts und blauem Himmel links, wie es auch in den Zahlen steckt.

Wie sich in Problemhaltungen junger und alter Leipziger völlig unterschiedliche Lebenssichten spiegeln

Mariannenpark in Schönefeld. Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWas ist nur mit unseren Senioren los? Sie finden die Sicherheitslage in Leipzig besonders schlimm, sie schimpfen über die Sauberkeit auf Straßen und Plätzen. Und da, wo die jungen Leute sich am Grün und am Wasser erfreuen, ziehen sie eine finstere Miene und finden die Zustände von Parks und Gewässern eine ganze Ecke schlechter als die Jugend. Vielleicht, weil die Jugend da herumtobt.

Die großen Löcher in der Umfrage und die unsichtbare Bürgergesellschaft 2. Klasse

Ein Häufchen Geld. Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDass nicht alle angeschriebenen Leipziger auf die Bitte des Amtes für Statistik und Wahlen reagieren, die zugesandten Fragebögen auch auszufüllen und wieder zurückzusenden ans Rathaus, ist Dr. Andrea Schultz, Abteilungsleiterin Stadtforschung in diesem Amt, nur zu bewusst. Im aktuellen „Quartalsbericht 2017“ hat Falk Abel dazu ausführlich berichtet. Die meisten Fehlstellen kann man durch statistische Ausgleichsverfahren einigermaßen beheben. Aber nicht alle. Und da wird die Sache mit der Statistik vertrackt.

Einkommensstagnation bei jungen Familiengründern und saftiger Ärger bei Schulen, Kitas und Wohnungen

Mit den Kleinen unterwegs in der Petersstraße. Foto: Ralf Julke

Für alle LeserKriminalität und Sicherheit sind aus der Sicht fast aller Altersjahrgänge in Leipzig die größten Probleme, wenn auch die Unterschiede auffällig sind. Nennen es die Älteren mit 69 Prozent am häufigsten, sind es bei den jungen Leipzigern nur 33 Prozent. Und eine Bevölkerungsgruppe sieht überhaupt nicht ein, ausgerechnet dieses Thema als Nr.1-Thema zu betrachten: die (jungen) Leipziger Eltern.

Wie die Ängste der älteren Leipziger die Sorgen der Jüngeren in der Bürgerumfrage übertönen

Fein aufgeräumte Pizza-Schachteln. Foto: Ralf Julke

Für alle LeserMehrfach haben wir hier schon feststellen können, dass die miserabel gedachte und gemachte Sparpolitik in Sachsen vor allem zulasten der jungen Familien geht. Die jungen Leute sind in der Regel bestens ausgebildet – müssen sich aber mit oft genug befristeten und miserabel bezahlten Jobs durchschlagen. Und wenn sie Familien gründen wollen, stehen sie auf einmal einem Wohnungsmarkt gegenüber, der auf mies bezahlte junge Menschen nicht eingerichtet ist. Deswegen sind die scheinbar so allgemeinen „größten Probleme“ der Leipziger nicht die wirklichen Probleme.

Mietniveau zog 2017 spürbar an und endlich soll es auch ein Förderprogramm für Familienwohnungen geben

Der 2014 begonnene Wohnungsbau an der Wintergartenstraße. Foto: LWB, Peter Usbeck

Für alle LeserLeipzigs Bürgerumfragen sind meist richtig dick. Diesmal wird die Auswertung wohl noch dicker, denn die 22.000 Angeschriebenen erhielten 2017 gleich drei bunte Fragebögen. Deswegen wird es noch über den Sommer dauern, bis der Bericht zur 2017er Bürgerumfrage fertig ist. Ein paar ausgewählte Ergebnisse hat das Amt für Statistik und Wahlen aber jetzt schon mal bekanntgegeben. Eins handelt natürlich von den steigenden Mietkosten in Leipzig.

Verbundprojekt „Sicherheit im Bahnhofsviertel“

Leipzig nimmt gemeinsam mit Düsseldorf und München an der Bürgerbefragung des Verbundprojekts „Sicherheit im Bahnhofsviertel“ (SiBA) teil, die am Montag, 4. Juni, beginnt. Rund 27.000 Einwohner der drei Städte (je 7.500 in Leipzig und Düsseldorf, 12.000 in München) werden zufällig ausgewählt.

„Mobilität in Städten“: Leipziger Haushalte werden wieder befragt

Ring-Verkehr am Wilhelm-Leuschner-Platz. Foto: Ralf Julke

Die alltägliche Mobilität ist Thema einer Haushaltsbefragung, die von der Technischen Universität Dresden zu Beginn des Jahres 2018 gestartet wird und zwölf Monate läuft. Die Untersuchung ist Teil des Forschungsprojektes „Mobilität in Städten – SrV 2018“, an dem sich mehr als 120 deutsche Städte und Gemeinden beteiligen. Das Kürzel SrV steht dabei für „System repräsentativer Verkehrsbefragungen“. Die TU Dresden hat mit diesen Befragungen 1972 begonnen und wiederholt sie seither alle fünf Jahre. In Leipzig werden sie im Auftrag der Stadt und der Leipziger Verkehrsbetriebe ausgeführt. Sie liefern wichtige Erkenntnisse und Grunddaten für die Verkehrsplanung.

Kommunale Bürgerumfrage 2017 startet

Es ist wieder so weit: Die neue Kommunale Bürgerumfrage startet. Unter dem Motto „Leben in Leipzig“ gehen in diesen Tagen 26.000 Fragebögen an zufällig ausgewählte Leipzigerinnen und Leipziger. Die Ergebnisse der Umfrage sind eine wichtige Arbeitsgrundlage für die Stadtverwaltung: Sie fließen in kommunalpolitische Entscheidungen und in die Arbeit der Ämter ein.

Verliert das Leipziger Lichtfest seine Zugkraft?

Lichtfest 2014 mit großer Runde um den Ring. Foto: Ralf Julke

Für Freikäufer1989, da gab es in Leipzig so einen Moment des Alles-ist-möglich. Als eine ganze erstarrte Gesellschaft in Bewegung kam und eine Revolution friedlich ins Rollen. Seit 2009 wird das in Leipzig mit dem Lichtfest am 9. Oktober gefeiert. Bei dem aber die Verwaltung noch nicht so recht weiß, ob es dauerhaft trägt. Denn mittlerweile fragt sie in jeder Bürgerumfrage nach, wie die Leipziger dazu stehen.

Die seltsamen Fragen nach den Ausländern in Leipzig und ihrer und „unserer“ Kultur

Lebensbereiche, wo Leipziger mit Ausländer/Innen in Kontakt kommen. Grafik: Stadt Leipzig, Bürgerumfrage 2016

Für alle LeserIn Sachen „Ausländer“ waren die beiden Jahre 2015 und 2016 auch ein Härtetest für die Stadt Leipzig. Denn mit der verstärkten Aufnahme von Flüchtlingen vor allem aus Syrien und Irak musste auch die Leipziger Stadtgesellschaft beweisen, ob sie tatsächlich so weltoffen ist, wie sie gern gepriesen wurde. Denn jetzt kamen auch Leipziger mit AusländerInnen in Kontakt, die vorher selig in ihrer Abgeschiedenheit die Blumen gossen.

Zwei von drei Leipzigern haben schon einmal erlebt, wie sich Benachteiligung anfühlt

Gefühlte Benachteiligung der Leipziger. Grafik: Stadt Leipzig, Bürgerumfrage 2016

Für alle LeserIn der „Bürgerumfrage 2016“ ging es auch erstmals um ein Thema, das scheinbar immer nur die Anderen betrifft: Benachteiligung im Leben. Im Extremfall kann man es auch Diskriminierung nennen. Aber das Thema scheint für die meisten Leipziger doch sehr heikel. Bei den wirklich vieldiskutierten Diskriminierungen halten sie sich auffällig zurück.

Der Gesamtgesundheitszustand der Leipziger hat sich seit 2013 eher verschlechtert

Lebensalter, Sport und Übergewicht. Grafik: Stadt Leipzig, Bürgerumfrage 2016

Für alle Leser Seit ein paar Jahren sorgen sich Leipzigs Bürgermeister auch um die Gesundheit ihrer Bürger. Nicht ganz uneigennützig, denn wenn die Bürger unter immer mehr Zivilisationskrankheiten leiden, belastet das auch die Krankenkassen und die Sozialetats. Auf dem Arbeitsmarkt fehlen die Betroffenen dann auch noch. Und die am häufigsten diskutierte Zivilisationskrankheit ist nun einmal das Übergewicht.