Die Eisenbahnstraße im Leipziger Osten. Foto: Ralf Julke

Die Waffenverbotszone in der Eisenbahnstraße stigmatitisiert das ganze Quartier

Für alle LeserWenn Politiker versagen, werden sie zu Law&Order-Spezialisten. Dann werden irgendwo lauter Gefährder ausgemacht und lauter Schnapsideen ausgedacht, mit denen man öffentlich so tun kann, als wäre man ein prima Innenminister, der alles im Griff hat. So wie damals Sachsens Innenminister Markus Ulbig, als er Leipzigs OBM eine Waffenverbotszone in der Eisenbahnstraße aufschwatzte. Jetzt wehren sich die Engagierten aus der betroffenen Straße.

Heiko Oßwald (SPD). Foto: L-IZ.de

Am 6. August: Radtour zu öffentlichen Brennpunkten im Bereich Ordnung und Sicherheit

Laut der aktuellen Kommunalen Bürgerumfrage sind die Themen Sicherheit und Kriminalität für breite Bevölkerungsteile das größte Problem in Leipzig. Die SPD-Fraktion möchte daher im Rahmen ihrer Sommertour eine öffentliche Radtour zu öffentlichen Brennpunkten im Bereich Ordnung und Sicherheit – insbesondere Eisenbahnstraße/Rabet, Umfeld Hauptbahnhof/Bürgermeister Müller-Park/Schwanenteich, sowie Rosental – durchführen.

Nach Messerattacke auf der Eisenbahnstraße vor Gericht. Foto: Franz Böhme

Blutige Messerattacke auf der Eisenbahnstraße – Konflikt mit Dealer?

Für alle LeserAngespannt wirkte Karim S., als er am Freitag im Gerichtssaal Platz nahm. Er schien zu schwitzen und die Augen blickten unruhig umher. Staatsanwalt Klaus-Dieter Müller verlas die Anklage gegen den 27-jährigen Tunesier, er wird des versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung bezichtigt. Er sollte gleich am ersten Verhandlungstag aussagen.

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Foto: Pöge-Haus

Zweites Interkulturelles Polyloid Filmfest startet mit Postkartenaktion

Die Vorbereitungen für das zweite interkulturelle Polyloid Filmfest vom 1. bis 8. September 2018 im Leipziger Osten haben begonnen. Auch dieses Jahr setzt das Filmfestteam auf eine öffentliche Postkartenaktion. Ab Montag, den 4. Juni werden Filmvorschläge der Menschen aus den Vierteln Neustadt-Neuschönefeld und Volkmarsdorf für die WUNSCHLOID-SPARTE eingesammelt.

Verstärkte Polizeistreifen am Rabet an der Eisenbahnstraße. Foto: L-IZ.de

Wenn eine Großrazzia in Leipzigs Eisenbahnstraße wieder nur kleine Fische erwischt und fette Schlagzeilen macht

Für alle LeserDie Zeitungen aus dem LVZ-Konglomerat machten gleich eine „Großrazzia in Leipzig wegen Drogen- und Waffenkriminalität“ draus, als sie eine Polizeimeldung über einen Großeinsatz der Polizei und des Zolls rund um die Eisenbahnstraße aufbliesen. Ein Großeinsatz, der wohl eher Symbolwert hat – wie so viele Großeinsätze „gegen Drogen- und Waffenkriminalität“ in Sachsen.

Das Gelände an der Eisenbahnstraße 105 im Leipziger Osten. Quelle: Satellit Google-Maps

Unterm Hammer: Brachfläche Eisenbahnstraße 105 soll versteigert werden

Für alle LeserWirklich freie Bauflächen in Leipzig sind im Laufe der vergangenen Jahre endgültig zur Mangelware geworden. Entweder sind die Lücken an den Straßenrändern der Wohnviertel zunehmend geschlossen. Oder es sind kleine Parks entstanden, wie beim zuletzt abgeholzten Biotop „Leopoldpark“ oder beim sogenannten „Sternwartenwäldchen“, welche aufgrund privater Wohnungsbauvorhaben verschwinden. Weitere (größere) Parks werden zunehmend unter Schutz gestellt oder Bürgerinitiativen haben begonnen, ihre Unversehrtheit zu erhalten. Nun geht es um eine große Brachfläche zwischen Ida- und Elisabethstraße an der Eisenbahnstraße.

Das "Ostpassage-Theater". Foto: Michael Freitag

Neuer Kulturbetrieb an der Eisenbahnstraße: In der „Ostpassage“ gehen die Lichter an

Für alle LeserLZ/Auszug aus Ausgabe 51Daniel Schade treibt an, er ist wohl genau das, was das „lebendige, bunte und anziehende Klein-Paris“, in der überregionalen Presse noch immer gern „Hypezig“ genannt, letztlich bedeutet. Wie so viele Leipziger, die man oft genug nicht sieht, ist Schade seit Jahren unterwegs, sein Kerngebiet war immer der Leipziger Osten. Menschen wie er und seine Wegbegleiter haben früh begonnen, eine geschichtsreiche Stadt noch in den letzten Winkeln neu zu erschließen. Nun sitzt er über der Aldi-Filiale an der Eisenbahnstraße, am sagenumwitterten „Rabet“, unweit des Bolzplatzes für viele Migranten und erzählt.

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Polizistinnen mit Bodycam. Foto: René Loch

Die geplante Waffenverbotszone in der Eisenbahnstraße war von Anfang an ein Pilotprojekt aus dem Hause Ulbig

Für alle LeserWie sehr seine Sicherheitspolitik vor allem eine aus lauter Symbolpolitik und kantigen Worten war, machte der damalige Innenminister Markus Ulbig (CDU) bei einem Vor-Ort-Termin in der Leipziger Eisenbahnstraße am 2. November deutlich. Die wurde zum Einführungsschauplatz für das Testprojekt „BodyCam“ gewählt. Und gleichzeitig erklärte Ulbig, Leipzig wolle jetzt einen Antrag stellen, auch eine Waffenverbotszone draus zu machen.

Foto: L-IZ.de

Mehrfamilienhaus brannte in voller Ausdehnung

Ein unbekannter Täter zündete heute Nacht mit hoher Wahrscheinlichkeit einen unter einer Holztreppe im Erdgeschoss stehenden Kinderwagen in Brand. Das Treppenhaus fing sofort Feuer des bewohnten Mehrfamilienhauses in der Eisenbahnstraße. Die Rettungsleitstelle wurde umgehend informiert. Die Kameraden der Feuerwehren waren mit komplett zwei Löschzügen und speziellen Einsatzmitteln vor Ort. Außerdem noch fünf Rettungsfahrzeuge und einem Notarzt sowie mehrere Polizeifahrzeugen.

Verkehrseinschränkungen rund um Demo am 16. Dezember

„Schluss mit staatlicher Willkür – Gegen das Kontrollgebiet in der Eisenbahnstraße“ heißt das Motto des Aufzugs, der für Samstag, 16. Dezember, 14 bis 16 Uhr angemeldet ist. Für circa 100 Teilnehmer ist folgende Route geplant, auf der mit kleineren Verkehrseinschränkungen zu rechnen ist: Torgauer Platz -> Bennigsenstraße -> Ludwigstraße -> Idastraße -> Zollikoferstraße -> Hildegardstraße -> Konradstraße -> Hermann-Liebmann-Straße -> Eisenbahnstraße -> Neustädter Straße -> Rabet.

Umverlegung Gasleitung in der Eisenbahnstraße

Die Netz Leipzig nutzt die aktuelle Baumaßnahme der Leipziger Verkehrsbetriebe in der Eisenbahnstraße, um die Lage einer Gasleitung zu korrigieren. Durch die Koordinierung können die Auswirkungen für Anwohner und Verkehr minimiert werden. Dennoch führt die Leitungsumverlegung dazu, dass die Baumaßnahme nicht wie geplant zum 1. Dezember, sondern voraussichtlich erst zum 9. Dezember beendet werden kann.

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Die Eisenbahnstraße im Leipziger Osten. Foto: Ralf Julke

Leipziger Netzwerk fordert die Stadt auf, Milieuschutz endlich ernst zu nehmen

Für alle LeserNicht nur in Hamburg und Berlin gehen die Immobilienprofiteure um, die Mietshäuser aufkaufen, die Bewohner „entmieten“ und die Wohnungen dann als Eigentumswohnungen oder zu deutlich höheren Mieten auf den Markt bringen. Die ersten dieser Aufkäufer tauchen auch schon in Leipzig auf und schüren Ängste. Das thematisiert das „Netzwerk Leipzig – Stadt für alle“ jetzt in einem Offenen Brief an die Verwaltung.

Polizistinnen mit Bodycam. Foto: René Loch

Ein Waffenverbot für die Eisenbahnstraße und 24 Körperkameras für Leipziger Polizisten

Für alle LeserDer sächsische Innenminister Markus Ulbig (CDU) hat am Donnerstagvormittag gemeinsam mit Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) und Polizeipräsident Bernd Merbitz die Pilotphase für Kameras an Polizeiuniformen gestartet. Man lud zur Freiluftpressekonferenz, um die neuen Gerätschaften zu präsentieren. Zugleich wurde bekannt, dass Stadt und Land in der Eisenbahnstraße eine Waffenverbotszone einrichten wollen.

Tatra-Straßenbahn unterwegs in der Eisenbahnstraße. Foto: Ralf Julke

Umleitung der Straßenbahnlinien 3 und 8

Die Straßenbahnlinien 3 und 8 verkehren aufgrund der Gleisbauarbeiten in der Eisenbahnstraße vom 16. Oktober bis 25. November mit Umleitung. Zwischen den Haltestellen Friedrich-List-Platz und Torgauer Platz (Linie 3) bzw. Annenstraße (Linie 8) führt der Fahrweg über Kohlgartenstraße, Dresdner Straße und Wurzner Straße. Die Straßenbahnen bedienen zusätzlich die Haltestellen Elsastraße; Reudnitz, Koehlerstraße und Wiebelstraße. Die Haltestelle Geißlerstraße, Bülowviertel kann leider nicht bedient werden.

Tatra-Straßenbahn unterwegs in der Eisenbahnstraße. Foto: Ralf Julke

Gleisbauarbeiten in der Eisenbahnstraße

In der Eisenbahnstraße, zwischen Hermann-Liebmann-Straße und Torgauer Straße, führen die Leipziger Verkehrsbetriebe vom 9. Oktober bis 1. Dezember 2017 Gleisbauarbeiten durch. Für die Straßenbahnlinien 3 und 8 sowie für den Kfz-Verkehr sind Einschränkungen notwendig. Wegen Aufbrucharbeiten verkehren beide Linien vom 9. bis 13. Oktober vorerst mit verändertem Fahrplan. Vom 16. Oktober bis 25. November werden die Linien 3 und 8 zwischen den Haltestellen Friedrich-List-Platz und Torgauer Platz (Linie 3) bzw. Annenstraße (Linie 8) umgeleitet.

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Die vier Angeklagten Ferenc B. (40), Frank M. (46) vorn, Stefan S. (31) und Marcus M. (35) hinten (jew. v.l.) mit ihren Anwälten. Foto: Lucas Böhme

Prozess um tödliche Schüsse auf der Eisenbahnstraße: Das Schweigen der Hells Angels

Für alle LeserNach dem geplatzten Start im Juli begann der Prozess um die tödlichen Schüsse auf der Eisenbahnstraße gegen vier Mitglieder der offiziell aufgelösten Leipziger Hells Angels am Freitag vor dem Landgericht von vorn. Dem Quartett wird unter anderem gemeinschaftlicher Mord an einem Mitglied der „United Tribuns“ vorgeworfen. Zum Neuauftakt schwiegen die Männer durchweg.

Landgericht Leipzig. Foto: Lucas Böhme

Anklage nach tödlichen Schüssen in der Leipziger Eisenbahnstraße erhoben

Die Staatsanwaltschaft Leipzig hat gegen vier Männer (31, 34, 40 und 45 J.), die der Rockerszene zuzurechnen sind, Anklage wegen des Tatvorwurfs des gemeinschaftlichen Mordes zur Schwurgerichtskammer des Landgerichts Leipzig erhoben. Einem der Männer (31 J.) wird zudem versuchter Mord und gefährliche Körperverletzung in zwei weiteren Fällen vorgeworfen.

„Das reicht mir als Beweis!“: Der Angeklagte mit seinem Anwalt Jürgen Kasek. Foto: Lucas Böhme

Landgericht: Mehr als vier Jahre Haft wegen schweren räuberischen Diebstahls und Brandstiftung

Unschuldsbeteuerungen halfen ihm nicht: Wegen schweren räuberischen Diebstahls, schwerer Körperverletzung und Brandstiftung verurteilte das Landgericht einen 23-Jährigen aus der linken Szene am Dienstag zu vier Jahren und zwei Monaten Gefängnis. Noch im Gerichtssaal wurde der junge Mann anschließend verhaftet. Seine letzte Begegnung mit der Justiz dürfte es nicht gewesen sein, denn ein Berufungsprozess in einer anderen Sache steht noch aus.

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„Das reicht mir als Beweis!“: Der Angeklagte mit seinem Anwalt Jürgen Kasek. Foto: Lucas Böhme

Schwerer räuberischer Diebstahl und Brandstiftung: Angeklagter bestreitet Vorwürfe

Mit Zeugenvernehmungen und der Sichtung von Videomaterial ging am Donnerstag der Prozess gegen Patrick S. wegen schweren räuberischen Diebstahls und Brandstiftung weiter. Für die Justiz ist er kein Unbekannter: Der 23-Jährige soll einer politisch linken Gruppierung angehören und im August 2015 maßgeblich an einem Angriff auf den Polizeiposten in der Eisenbahnstraße beteiligt gewesen sein. Dafür erhielt er im vergangenen Jahr bereits eine Haftstrafe.

Fahndungsbilder (verfremdet). LKA Sachsen

Marcus M. gefasst? Medien melden Verhaftung von Leipzigs Ex-„Hells Angels“-Chef

Für alle LeserDie zuletzt international ausgedehnte Fahndung nach Marcus M. ist offenbar abgeschlossen. Zwar gab es noch keine Bestätigung durch das Landeskriminalamt Sachsen oder das zuletzt federführende Bundeskriminalamt, doch in Österreich berichtete heute die Nachrichtenplattform „Heute“ von einem Polizeieinsatz in Wien. Dem Medium zufolge soll dabei eine Spezialeinheit gegen 11 Uhr ein örtliches „Hells Angels“-Clubhaus in der Siebenbrunnengasse 11 im Stadtteil Margareten gestürmt haben. Dabei hätte sich Marcus M. widerstandslos festnehmen lassen.

Fahndungsbilder (verfremdet). LKA Sachsen

Gesucht wird Ex-„Hells Angel“-President Marcus M.: Panne oder rechtsstaatliches Verfahren?

Für alle LeserMal wieder steht die Staatsanwaltschaft Leipzig in der Kritik. Am 13. Juli 2016 mussten die Ermittlungsbehörden den einstigen Chef der „Hells Angels“ Leipzig aus der Untersuchungshaft entlassen, da sich offenbar kein Tatvorwurf gegen ihn ergab, um ihn länger festzuhalten. Nun fahndet man öffentlich nach Marcus „Matze“ M. wegen der Schüsse, welche es beim Aufeinandertreffen von „Hells Angels“ und den „United Tribuns“ am 25. Juni 2016 gegen 15 Uhr gab. Der Vorwurf nach der Erschießung eines United-Tribuns-Mitgliedes an der Eisenbahnstraße, Ecke Neustädter Straße lautet nun „gemeinschaftlicher Mord“ – Marcus M. gilt wieder als tatverdächtig.

Die Melchiorstraße als Beispiel der typischen Bebauung aus dem Ende des vorletzten Jhd.s in Neuschönefeld. Foto: Harald Stein

Vor 130 Jahren (3): Eine Zeitreise in den Leipziger Osten des Jahres 1886

Artikelserie "Östlich von Leipzig 1886" - Teil 3 von 5

Das nachfolgende Ereignis erscheint heute vielleicht nebensächlich, doch damals war der Nachrichtenwert hoch. Die Leipziger Vororte haben selten mehr als einen Arzt für alle Einwohner, immerhin für einige tausend Personen. Von daher war das Wohlbefinden von Herrn Dr. med. Kohl für die Bewohner des Leipziger Ostens nicht unwichtig. Zumal die meisten noch durch eine Hausbeleuchtung tappern mussten, welche den Namen kaum verdient. Unterdessen bekommt der Osten das erste Mal echte Wachstumsschmerzen, vor allem entlang der Eisenbahnstraße – es wird Geld benötigt. Und die Polizei wird angefordert, weil an der Konradstraße vermehrt Steine fliegen.

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Die Hauptstraße von Schönefeld um 1900 herum. Foto: Stadtarchiv Leipzig

Vor 130 Jahren (1): Eine Zeitreise in den Leipziger Osten des Jahres 1886

Artikelserie "Östlich von Leipzig 1886" - Teil 1 von 5

Die Zeitreise ist zurück. Es wurde quasi auch irgendwie – Zeit dafür. Und erst recht Zeit wurde es, mal nach Osten zu schauen. In den Teil Leipzigs, der auch in unserer, genau, Zeit wieder etwas attraktiver wird, nachdem er jahrzehntelang irgendwie das Stiefmütterchen der Stadt war. Dies ist vor 130 Jahren ähnlich, doch der Zustrom an neuen Bewohnern wächst, es muss gebaut, gelebt und gehandelt werden. Steigen wir also ein in die ersten Tage des Jahres 1886, als Neustadt-Neuschönefeld, Sellerhausen, Volkmarsdorf, Schönefeld, Neuschönefeld und Reudnitz noch nicht dieser enge und weiter wachsende Ballungsraum sind wie heute.

Eisenbahnstraße im Leipziger Osten. Foto: Ralf Julke

Ronald Pohle plädiert für einen gemeinsamen großen Wurf für einen Schwimmhallenneubau im Leipziger Osten

Für alle LeserNicht nur die Grünen, auch die CDU hat am Mittwoch, 26. Oktober, gegen die Vorlage der Stadt für einen Schwimmhallenneubau an der Eisenbahnstraße gestimmt. Während die Grünen damit vor allem ihrer Forderung Nachdruck verliehen, hier einen mehrstöckigen Bau mit zusätzlichen sozialen Einrichtungen zu bauen, war die CDU-Fraktion tatsächlich gegen den Standort. Jetzt ist alles wieder offen, betont Ronald Pohle.

Grünen-Stadtrat Tim Elschner in der Ratsversammlung. Foto: L-IZ

Warum die Grünen gegen den Schwimmhallenneubauplan der Stadt an der Eisenbahnstraße gestimmt haben + Audio

Für alle LeserWas da am Mittwoch, 26. Oktober, im Leipziger Stadtrat geschah, ist wohl ein typischer Fall für die Art, wie Leipzigs Verwaltung derzeit versucht, Beschlüsse durch die Gremien zu bringen: Die Vorlagen werden möglichst kurzfristig ins Verfahren gegeben. Die Zeit für generelle Abstimmungen in den Fachausschüssen reicht nicht aus. Und dann werden unausgegorene Vorlagen im Stadtrat selbst abgelehnt – so wie die zur geplanten Schwimmhalle im Leipziger Osten.

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Der Otto-Runki-Platz an der Eisenbahnstraße. Karte: Stadt Leipzig

Warum am Otto-Runki-Platz nicht konsequent mehrstöckig oder auch unterirdisch planen?

Wenn schon prüfen, dann richtig, fanden die Grünen, als die Stadt jetzt ihre Pläne vorstellte, auf dem Otto-Runki-Platz eine Schwimmhalle zu bauen. Dumm nur, dass die Planer wieder mal für sich ganz allein geplant und entschieden haben. Das haben andere Fraktionen auch schon kritisiert. Die Grünen setzen jetzt eins drauf und beantragen die Prüfung unterschiedlicher Varianten.

30 Jahre Leerstand haben den Verfall ermöglicht: Blick in den Kinosaal. Foto: Thomas Grahl

Grüne beantragen für das Haus an der Eisenbahnstraße jetzt eine Vergabe im Erbbaurecht mit Konzeptvergabe für eine Kultureinrichtung

Dass sich die Stadt erst zehn Monate nach dem Antrag zum ehemaligen „Kino der Jugend“ mit einer Stellungnahme zu Wort meldete, hatte – wie der Stellungnahme zu entnehmen war – mit dem Versuch zu tun, an die kärglichen sächsischen Mittel für Denkmalschutz zu kommen. Für das Leipziger Projekt waren mal wieder keine da. Also macht die Stadt jetzt den Vorschlag, das Gebäude an der Eisenbahnstraße wenigstens zu sichern. Zur Freude der Grünen. Die hatten ja extra nachgehakt.