Schkeuditz: Hochwasserschadensbeseitigung an der Neuen Luppe – Sicherung der Flusssohle zum Schutz des Auenwaldes

Die Neue Luppe nach einem kleinen Hochwasser. Foto: Ralf Julke

Die Landestalsperrenverwaltung Sachsen hat gestern (Donnerstag, 1. November 2018) mit Bauarbeiten an der Neuen Luppe in Schkeuditz (Lkr. Nordsachsen) begonnen. Am Gewässer werden die Schäden aus dem Hochwasser 2013 beseitigt. Außerdem soll die Maßnahme einem weiteren Absinken des Grundwasserspiegels im Leipziger Auenwald entgegenwirken. Die Arbeiten sollen im Februar 2019 abgeschlossen sein und kosten rund 900.000 Euro. Finanziert wird die Maßnahme aus Mitteln des Bundes und des Freistaates Sachsen.

Die Pläne zur Freilegung der Alten Elster sind nun auch schon 15 Jahre alt

Verlauf der Alten Elster am Sportforum. Foto: Ralf Julke

Für alle LeserIm Sommer beantragte die Grünen-Fraktion im Stadtrat die Prüfung für den Bau einer kompletten neuen Schule am Sportforum. Im September meldete sich die CDU-Fraktion zu Wort und erinnerte daran, dass hier noch immer die Wiederherstellung der Alten Elster geplant ist. Eigentlich hätte sie sogar längst gebaut werden sollen, wenn es nach den Vorstellungen des damaligen Leipziger Umweltbürgermeisters Holger Tschense im Jahr 2003 gegangen wäre.

Bennewitz-Püchau: Bau 2. Deichabschnitt beginnt

In Bennewitz-Püchau (Lkr. Leipzig) hat heute, Montag, 19. Februar 2018, der nächste Bauabschnitt der Deichrückverlegung begonnen. Der etwa ein Kilometer lange Deichabschnitt soll Ende dieses Jahres fertig sein und kostet rund 1,6 Millionen Euro. Das Projekt wird finanziert vom Nationalen Hochwasserschutzprogramm des Bundes. Seit Mai des vergangenen Jahres liefen in dem archäologisch bedeutsamen Gebiet Grabungen. Dabei wurden Spuren von einer Besiedlung und Reste von Behausungen entdeckt.

Sachsen hat wieder das Vorkaufsrecht für Grundstücke für den Hochwasserschutz

Das Juni-Hochwasser 2013 an der Nahle. Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserMit dem “Gesetz zur Vereinfachung des Landesumweltrechts” von 2010 hat Sachsens Regierung einigen Unfug in Paragraphenform gegossen. Mit seltsamsten Begründungen. Aber völlig an den wichtigen Themen des Landes vorbei – etwa dem Hochwasserschutz oder der Wasserqualität. Zumindest eine dieser Verirrungen wurde jetzt auf Bundesebene wieder aufgehoben. Nur Sachsens Umweltminister scheint das nicht zu interessieren, kritisiert Dr. Jana Pinka.

Kein Platz für Demokratie, Hochwasser und Naturschutz im Auwald?

Bernd Gerken zählt die Jahresringe einer im Auwald gefällten Esche. Foto: Frank Willberg

Für alle Leser Als Thomas Nabert von Pro Leipzig e. V. jüngst von einem „Arschtritt“ berichtete, den sich versuchte Bürgerbeteiligung häufig einfängt, erntete er spontanen Applaus von Wolfgang Stoiber, dem Vorsitzenden von NuKLA (Naturschutz und Kunst – Leipziger Auwald). Während Nabert aktuell die Debatte um den Pleißemühlgraben wurmt, streitet Stoiber seit sechs Jahren für konsequenten Umweltschutz und zugleich gegen die willkürliche Ausgrenzung seines Vereins in städtischen Gremien, die den Auwald betreffen.

NABU Sachsen kritisiert das Trödelprogramm beim nachhaltigen Hochwasserschutz in Sachsen

Hochwasser 2013 bei Groitzsch. Foto: Matthias Weidemann

Für FreikäuferDiese Ministerantwort enttäuschte nicht nur den Landtagsabgeordneten Wolfram Günther (Grüne). Auch beim NABU Landesverband Sachsen e. V. war man im Grunde entsetzt, wie fahrlässig der Freistaat Sachsen mit der Hochwasservorsorge umgeht. Statt von vornherein genug Entspannung in das Flusssystem einzubauen, hat er 2,4 Milliarden Euro in die Deichbollwerke investiert und die Schaffung von Überflutungsflächen auf Sankt Nimmerlein vertagt.

Sachsen hat das Bauprogramm für Überschwemmungsflächen zusammengestrichen und trödelt auch noch bei der Umsetzung

Hochwasser an der Weißen Elster 2013. Foto: Marko Hofmann

Für alle Leser2002, da gab es einen ganz kurzen Moment, in dem man hoffen konnte, jetzt habe die sächsische Regierung begriffen, wie man ein Land besser gegen Hochwasser wappnen kann. Da wurde ein großes Programm zur Rückverlegung von Deichen vorgelegt. Tausende Hektar Überschwemmungsfläche sollten den Flüssen in ihrem Oberlauf wieder zur Verfügung stehen. Doch danach wurde das Ganze eingedampft. Die Milliarden wurden wieder in Deiche verbaut.

Riesa-Gröba künftig sicherer vor Hochwasser

Umweltminister Thomas Schmidt hat heute, 29. Mai 2017, gemeinsam mit Vertretern der Stadt, von Behörden und von beteiligten Firmen die fertiggestellte Hochwasserschutzanlage in Riesa-Gröba eingeweiht. Die Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen hat für den Ortsteil eine insgesamt 2,1 Kilometer lange Hochwasserschutzanlage errichtet, bestehend aus Spundwänden, einem Deichabschnitt, vier Sielbauwerken, zwei Deichscharten, einer 50 Meter langen mobilen Hochwasserschutzwand sowie einem Pumpwerk zur Binnenentwässerung. Mehr als 16 Millionen Euro aus den Mitteln des Bundes und der Länder wurden für den Bau aufgewendet.

Sachsen kommt beim Hochwasserschutz voran

Umweltminister Thomas Schmidt. Foto: SMUL/Foto-Atelier-Klemm

„Sachsen ist in diesem Jahr beim Hochwasserschutz einen deutlichen Schritt vorangekommen“. Dieses Fazit zieht Umweltminister Thomas Schmidt. Rund 178 Millionen Euro standen 2016 für den Hochwasserschutz an der Elbe sowie an den Gewässern 1. Ordnung zur Verfügung. „Fertiggestellt wurden eine Reihe von Projekten. Darunter die Hochwasserschutzanlagen in Mulda (Landkreis Mittelsachsen) für rund 10,7 Millionen Euro und in Wiesa (Thermalbad Wiesenbad, Erzgebirgskreis) für fünf Millionen Euro. Für den Hochwasserschutz von Döbeln (Landkreis Mittelsachsen) konnte eines der größten Verteilerwehre Sachsens mit Baukosten von rund 5,5 Millionen Euro eingeweiht werden, das bei Hochwasser künftig einen Teil des Wassers der Mulde in die Flutrinne ableitet“, so der Minister.

Auwaldklageverfahren des Ökolöwen konzentrieren sich auf den Freistaat Sachsen und die Landestalsperrenverwaltung

Abgeholzte Deiche in der Nordwestaue. Foto: Ökolöwe

Donnerwetter! Was für eine alte Geschichte! Die hat man doch beinahe schon vergessen! Aber es ist mit dem „Tornadoerlass“ und seinen Folgen genauso wie mit der Südabkurvung am Leipziger Flughafen: Staatliche Verantwortliche stellen sich taub, ignorieren Kritik. Und wenn dann ein Umweltverband wie der Ökolöwe klagt, dann hängt er fünf Jahre in den gerichtlichen Instanzen fest, bis sich überhaupt Klarheit abzeichnet. Ehrlich? So stellt man kein Vertrauen in Politik her, meine Herren!

Sachsens Umweltminister lehnt Grünen-Antrag für ein Überschwemmungskataster wegen zu viel Arbeit ab

Die Neue Luppe nach dem Hochwasser 2013. Foto: Ralf Julke

Wenn Ämter und Verwaltungen nicht wollen, dann wollen sie nicht. Und ein nachhaltiger Hochwasserschutz gehört zu den Dingen, die Ämter und Verwaltungen in Sachsen nicht wollen. So direkt sagt es Umweltminister Thomas Schmidt (CDU) nicht. Aber seine Stellungnahme zu einem Antrag der Grünen-Fraktion liest sich genau so. Im August schon hatte der umweltpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Wolfram Günther, die sächsische Hochwasserpolitik heftig kritisiert.

Grüne: Ökologischer Hochwasserschutz kommt in Sachsen nicht voran

Zum internationalen Tag der Flüsse fordern Bündnis 90/Die Grünen Sachsen die Anstrengungen bei den ökologischen Hochwasserschutzmaßnahmen zu erhöhen. „Das aktuelle Niedrigwasser in den sächsischen Flüssen darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Gefahr von temporären Hochwasserlagen in Sachsen in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat. Dies belegen auch die Berechnungen des Landesamtes für Umweltschutz und Geologie Sachsen in Bezug auf den Klimawandel. Trockenheit einerseits plus das vermehrte Auftreten von sogenannten Extremwetterlagen und damit Starkregen haben das Hochwasserrisiko in Sachsen deutlich erhöht“, so Jürgen Kasek, Landesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen Sachsen.

Im HTWK-Wasserbaulabor wird der Umbau der Hochwasserentlastungsanlage der Talsperre Lehnmühle geplant

Im Wasserbaulabor der HTWK Leipzig wurde die Talsperre im Maßstab 1 : 8 nachgebildet. Foto: Robert Weinhold/HTWK Leipzig

In Talsperren aufgestaute Flüsse versorgen die Bevölkerung mit Trinkwasser, schützen vor Hochwasser und erzeugen regenerativen Strom. Viele der 370 Staumauern in Deutschland wurden im letzten Jahrhundert errichtet. Für sehr extreme Hochwasser, wie sie durch den Klimawandel in Zukunft theoretisch möglich werden könnten, sind sie oft nicht ausgelegt und müssen dementsprechend angepasst werden. So auch die Talsperre Lehnmühle im sächsischen Erzgebirge, für welche der Umbau der Hochwasserentlastungsanlage anhand eines Miniaturmodells an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig) geplant wurde.

Könnte Leipzig einfach so den Rückbau von Deichen im Auenwald beantragen?

Die Neue Luppe nach dem Hochwasser 2013. Foto: Ralf Julke

Hat Leipzigs Auenwald überhaupt eine Chance, jemals wieder ein von natürlichen Hochwassern durchspülter echter Auenwald zu werden? Die Frage stand ja wieder im Raum, seit sich die befragten Leipziger in der „Bürgerumfrage 2015“ deutlich für die Wiederherstellung natürlicher Überflutungsgebiete aussprachen. Natürlich hat das Konsequenzen. Darüber redet nur keiner. Zumindest nicht ernsthaft.

Leipzigs „Wassertourismus“-Politik widerspricht komplett den Wünschen der Leipziger zu ihrer Auenlandschaft

In der Burgaue. Foto: Ralf Julke

Am Mittwoch, 24. August, hat ja der Leipziger Stadtrat – völlig sinnfrei – das „Tourismuswirtschaftliche Gesamtkonzept für die Gewässerlandschaft im Mitteldeutschen Raum“ beschlossen. Nicht allein. Andere Gemeinderäte aus dem „Grünen Ring“ haben noch viel unkritischer einfach die Hand gehoben – gewählte Ahnungslosigkeit. Das Problem: Damit wird die Gewässerpolitik auf ein völlig falsches Gleis geschoben.

Grimmas Wasserwehr übt erstmals mit Big-Bags

Im Moment fließt die Mulde ruhig vor sich hin, dennoch möchte die Stadt Grimma auf eine mögliche Hochwasserkatastrophe vorbereitet sein. Am Sonnabend kommen erstmals in Grimma Big-Bags als mobiler Hochwasserschutz zum Einsatz. Wasserwehr und Feuerwehr proben den Ernstfall. „Es besteht keine akute Hochwassergefahr. Dennoch möchten wir vorbereitet sein“, sagt Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger. Er betont allerdings dabei, dass die Big-Bags lediglich ein Minimalschutz sind, um Schlimmeres zu vermeiden.

Landtagsabgeordneter kritisiert Umweltminister noch einmal für die falschen Schwerpunktsetzungen beim Hochwasserschutz

Hochwasser 2013 an der Nahle. Foto: Marko Hofmann

Es war eigentlich zu erwarten, dass es auf die Meldung des Umweltministers vom Dienstag, 16. August, zur Hochwasserschadensbeseitigung sofort eine Replik geben würde. Und die bekam Umweltminister Thomas Schmidt (CDU) auch postwendend vom Landtagsabgeordneten Wolfram Günther. Den beeindrucken große Zahlen schon lange nicht mehr, seit die Weichenstellungen in Sachsen so sichtlich falsch sind.