Mit gut fünfjähriger Verspätung wurde Anfang Oktober der Entwurf für die 2. Fortschreibung des Nahverkehrsplans der Stadt Leipzig vorgelegt

Straßenbahn auf dem Augustusplatz. Foto: Ralf Julke

Für alle LeserIm Jahr 2016 überraschte die Stadt Leipzig mit einer Bevölkerungsvorausschau, die es so noch nicht gab: Bis 2030 sollen nach der mittleren Variante in Leipzig 722.000 Menschen leben, es könnten nach der oberen Variante sogar 760.000 werden. Noch 15 Jahre zuvor war in der LVZ zu lesen: „Leipzig wird nie wieder die 500.000er Grenze schaffen“.

Ein ganzes Bündel von Wunscherweiterungen und Wunsch-S-Bahn-Stationen in Leipzigs neuem Nahverkehrsplan

Bauvorhabenkarte im Nahverkehrsplan - die Trassenfreihaltungen sind blau gestrichelt. Karte: Stadt Leipzig, Nahverkehrsplan 2024

Für alle LeserDer neue Nahverkehrsplan der Stadt Leipzig beschreibt die ÖPNV-Planungen bis 2024. In diesem Zeitraum, so Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau, werden noch keine großen Erweiterungen im Straßenbahnnetz notwenig, die die prognostizierte Fahrgastentwicklung bis 2030 abbilden. Das einzige Erweiterungsprojekt ist der schon länger geplante Neubau in Mockau.

Bis 2030 muss Leipzig 1,5 Milliarden Euro in den Ausbau eines umweltfreundlichen ÖPNV investieren

Burkhard Jung und Michael Kretschmer; zwei Tage zusammen - erst beim Lichtfest, dann im Ausschuss und am Ende im Sachsengespräch an der Uni Leipzig. Foto: L-IZ.de

Für alle LeserGut Ding will Weile haben. Selbst einige Ratsfraktionen wurden schon hibbelig und fragten die Verwaltung entnervt, wo er denn nun bleibe, der neue Nahverkehrsplan. Wo doch selbst OBM Jung jetzt deutlich sagt, dass die Stadt drei riesige Baustellen hat: Wohnen, soziale Infrastruktur und Mobilität. Aber der Entwurf des aktuellen Nachverkehrsplans liegt jetzt endlich vor.

Der Leipziger Nahverkehrsplan wurde sechs Jahre lang immer wieder ausgebremst und verschoben

Burkhard Jung und Franziska Riekewald (Linke) am 28. Februar 2018 im Stadtrat Leipzig. Foto: L-IZ.de

Für alle LeserVielleicht ist es ja wirklich so, dass das, was lange währt, auch gut wird. Aber die Linksfraktion im Stadtrat hat keine Geduld mehr. Viel zu oft wurde der neue Nahverkehrsplan der Stadt vertagt und verschoben. Der aktuell noch irgendwie gültige stammt aus dem Jahr 2007, hätte also 2012 (nach 5 Jahren) zwingend fortgeschrieben werden müssen. Und es ist nicht passiert. Jetzt bekommt Leipzigs OBM also eine Dienstaufsichtsbeschwerde verpasst.

SPD Grünau: Bürgerdialog Nahverkehrsplan und Grünolino

Auch im Sommer setzt die Grünauer SPD ihre Bürgerdialoge fort. Am morgigen Mittwoch, dem 25. Juli sind die SPD-Mitglieder aus dem Stadtteil von 16 bis 18 Uhr an der Straßenbahnhaltestelle „Schönauer Ring“ vorm PeP-Zentrum präsent. Es geht ihnen um die Forderung nach dem längst überfälligen Nahverkehrsplan der Stadt. In diesem sollen nach Willen der Grünauer Sozialdemokraten auch Verbesserungen der ÖPNV-Angebote in Grünau verankert werden.

Ein neuer Nahverkehrsplan noch im März wäre ein echtes Leipziger Wunder

Straßenbahn am Wilhelm-Leuschner-Platz. Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm 28. Februar wurde im Leipziger Stadtrat über zwei Nahverkehrspläne debattiert. Zwei verschiedene. Da kann man schon mal durcheinanderkommen. Das eine war der „Nahverkehrsplan 2017“ des Zweckverbands Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL), den der Stadtrat eigentlich nur zur Kenntnis nehmen kann. Das andere war der, auf den die 70 Stadträtinnen und Stadträte schon seit 2016 sehnsüchtigst warten: der Leipziger Nahverkehrsplan, in dem es um die LVB geht.

Wenn Burkhard Jung den Stadtratsbeschluss ernst nimmt, gibt es 2023 einen neuen Nahverkehrsplan fürs S-Bahn-Netz + Video

Burkhard Jung und Franziska Riekewald (Linke) am 28. Februar 2018 im Stadtrat Leipzig. Foto: L-IZ.de

Für alle LeserWie kompliziert die Mitbestimmungsmöglichkeiten des Leipziger Stadtrates im Leipziger Nahverkehr sind, wurde in der Ratsversammlung am Mittwoch, 28. Februar, wieder deutlich. Da ging es dann – nur noch – um die Kenntnisnahme des vom ZVNL vorgelegten „Nahverkehrsplans 2017“. Im Bauausschuss waren vorher die Modalitäten noch einmal geklärt worden. Der Stadtrat wird zur Inkraftsetzung des Nahverkehrsplans im ZVNL nicht gebraucht.

Grüne fordern OBM Jung auf, jetzt wirklich Programme für eine saubere Luft aufzulegen

Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD). Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDa staunten nicht nur die Freibeuter, als OBM Burkhard Jung im Zusammenhang mit dem neuen „Integrierten Stadtentwicklungskonzept“ (INSEK) verkündete, man werde dafür sorgen, dass es in Leipzig nicht zu Fahrverboten kommt. Natürlich braucht das eine echte Mobilitätsstrategie, die immer mehr Diesel-Fahrzeuge in Leipzig überflüssig macht. Die hat Leipzig noch nicht. Aber damit hat Jung ein Versprechen abgegeben, finden auch Leipzigs Grüne.

Ist Leipzigs Stadtrat bei der Abstimmung zum Nahverkehrsplan des ZVNL jetzt vor die Tür gesetzt?

Eine gute S-Bahn-Anbindung ist ein echter Wettbewerbsvorteil. Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs ist ein bisschen wie ein Pingpong-Spiel. In der Ratsversammlung am 31. Januar lehnte die Ratsversammlung die Kenntnisnahme des „Nahverkehrsplans 2017“ des Zweckverbands Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) ab. Das Abnicken des Papiers musste von der Tagesordnung genommen werden. Am 28. Februar steht es nun wieder drauf. Aber dafür fehlt etwas ganz Wichtiges.

Linksfraktion fragt mal nach, wo es beim neuen Nahverkehrsplan klemmt

XL-Straßenbahn in der Lützowstraße. Foto: Ralf Julke

Für alle LeserPolitisches Denken ist eigentlich Denken in Alternativen und Variablen. Aber wer hat da in Mathematik schon aufgepasst? Wer hat sich das gemerkt? Dass derzeit in Leipzig so schräg über Mobilität debattiert wird, liegt auch an der fehlenden mathematischen Kompetenz vieler Diskussionsteilnehmer. Sie können sich nicht vorstellen, was 10 oder 100 Millionen Fahrgäste mehr im ÖPNV bedeuten. Sie sitzen im Auto und denken Auto. Und möchten den Nahverkehrsplan gern zerschießen.

Ein zukunftsweisender Nahverkehrsplan für Leipzig sollte längst diskutiert werden, wurde aber vertagt

Die neue XL-Straßenbahn unterwegs. Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWährend einigen Parteien in Leipzig die im Oktober vorgestellten sechs Mobilitätsszenarien schon viel zu weit gehen, stellt der BUND Leipzig nun fest, dass sie eigentlich nicht weit genug gehen, wenn es darum geht, die Umweltziele der Stadt zu erreichen. Er spricht sich für eine schnelle Umstellung des Stadtverkehrs auf gesunde und klimafreundliche Verkehrsmittel aus.

Kann man die ÖPNV-Verbindungen ins Leipziger Güterverkehrszentrum deutlich verbessern?

Bus 91 in Wahren. Foto: Ralf Julke

Für FreikäuferEigentlich müsste es im neuen Nahverkehrsplan der Stadt eine wichtige Rolle spielen: Wie bindet man die Unternehmen im Leipziger Norden besser an den ÖPNV an? Aber der neue Nahverkehrsplan steckt immer noch in der Verwaltung fest, hat über ein Jahr Verspätung. Und im Norden muss weiter improvisiert werden. Deswegen kommt jetzt noch eine PlusBus-Vorlage in den Stadtrat, in der man auch lauter unvollendete Überlegungen zum Leipziger Norden lesen kann.

Ökolöwe legt einen eigenen Zukunftsplan für Bus und Bahn in Leipzig vor

XL-Straßenbahn am Goerdelerring. Foto: Ralf Julke

Die Vorlage des neuen Nahverkehrsplans der Stadt verzögert sich immer mehr. Vor einem Jahr hätte er schon vorliegen sollen, wurde gleich wieder kassiert und in seinen Szenarien geändert. Von denen wieder niemand seit Monaten etwas gehört hat. Zumindest einem reißt jetzt der Geduldsfaden mit dieser Bremserpolitik: dem Ökolöwen. Er legt einen eigenen 10-Punkte-Plan für Bus und Bahn vor.

ÖPNV kennt erneut nur eine Richtung: Rauf mit den Preisen ab 1. August 2017

Auf der Jahnallee stadteinwärts. Wer ein Abo-Ticket kauft, kauft ab 1. August teurer. Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDie Gesellschafterversammlung des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes (MDV) hat am Montag den 20. März das getan, was sie immer tut, wenn der Frühling kommt: eine neue Preiserhöhung der Fahrtarife im ÖPNV und damit auch für die Leipziger Verkehrsbetriebe, selbst Gesellschafter des Verbunds, beschlossen. Auch gleich ist der 1. August, dieses Mal 2017 nach 2016, 15, 14 usw.. Gründe, welche der MDV in seiner Mitteilung zu den neuen Zahlen mitteilte, gibt es sicherlich.

Linke und Grüne wünschen sich tatsächlich Gesetzesänderungen, um die unfertigen MDV-Vorschläge in Leipzig umsetzen zu können

Da kommt eine Straßenbahn! Foto: Ralf Julke

Seit 2015 befinden sich Leipzigs Fraktionen in einem seltsamen Modus. Wie eine Mohrrübe wurde ihnen das Versprechen präsentiert, man könne den Leipziger ÖPNV mit „ergänzenden Finanzierungswegen“ sichern. Selbst Linksfraktion und Grünenfraktion glauben an das Heilsversprechen – und haben jetzt gemeinsam einen Antrag gestellt, den OBM in die Spur zu schicken.

Welchen Anteil hat der stagnierende ÖPNV am wachsenden Kfz-Problem in Leipzig?

City-Tunnel unterm Wilhelm Leuschner-Platz. Foto: Ralf Julke

Natürlich geht es nicht um einen zweiten City-Tunnel. Erwähnen wir es an dieser Stelle einfach mal: Als OBM Burkhard Jung am Dienstag, 28. Februar, von einem zweiten S-Bahn-Tunnel schwärmte, bat er die versammelte Presse auch: „Bitte zitieren Sie mich nicht: Jung will zweiten S-Bahn-Tunnel.“ Aber genau so wurde er dann doch zitiert. Seitdem diskutiert die Stadtgesellschaft wieder wie blöde über einen zweiten Tunnel.

Ein Großprojekt für 2040 löst nicht die Probleme im Leipziger Nahverkehr von heute

LVB-Haltestelle Hauptbahnhof. Foto: Ralf Julke

Das ist wieder so ein schönes Thema zum Festbeißen: Braucht Leipzig einen zweiten City-Tunnel in Ost-West-Richtung? Kann man so die Leipziger Verkehrsprobleme lösen? Es ist so ein altes Leipziger Riesenprojekt, mit dem man von den eigentlichen Problemen des Tages ablenken kann. Daran erinnern mitten in dieser neuen, irrelaufenden Diskussion Grüne und Linke.